Genetik - Die Entzauberung des Lebens


Der Grundstein aller Versuche, die genetische Struktur von Lebewesen zu verstehen, legte vor über 130 Jahren ein Augustinermönch namens Gregor Mendel: Er kreuzte Varianten der Erbse und stieß dabei auf Regelmäßigkeiten, die später als die Mendelschen Gesetze bekannt wurden. Was ihn ebenfalls von anderen Forschern seiner Zeit unterschied, war der Drang, etwas nicht nur zu beobachten sondern in seinem Inneren verstehen zu wollen. Dazu kam ein übergeordneter Sinn der ihn dazu leitete die Behauptung aufzustellen, daß alle Lebensformen von vererblichen Elementen bestimmt wurden. Eben diese "Elemente" sind uns heute als Gene bekannt.


Gregor Mendel


Forscher Watson, Crick und ihr DNS-Modell

In den darauffolgenden Jahren gelangten Mendels Thesen in Vergessenheit, bis es ab dem Jahre 1900 zu einer Explosion der genetischen Entdeckungen kam. Im Jahre 1901 entdeckte ein Holländer starke Zellveränderunge, die er "Mutationen" nannte. Im Jahre 1910 veröffentlichte ein Amerikaner erste Ergebnisse über seine Experimente einer Art der Fruchtfliege. Er bewies damit die Mendelschen Gesetze und bestimmte die Chromosomen als Sitz der Gene. Diese Entdeckung stieß auf heftige Kritik, nicht zuletzt von Seiten der Kirche. Hatte Galilei den Menschen bereits aus dem Mittelpunkt des Universums vertrieben, sollte jetzt auch noch die Erschaffung des Menschen durch Gott in Frage gestellt werden? Gegen diese Kritik etablierte sich in Deutschland und dem Rest der Welt ein Zweig der Biologie, der als Eugenetik bezeichnet wurde. Sie wurde auch im 3. Reich zu schändlichen Mitteln benutzt: Behinderte wurden sterilisiert um die Ausrottung von "schlechten Genen" zu erreichen. Doch auch auf andere Weise wurde diese Forschung weitergeführt und so erkannte man 1926, daß es betimmte angeborene und zu lernende Verhalten bei Mensch und Tier gäbe.
Im Jahre 1944 gelang wohl der größte Erfolg der Biologie: Oswald Avery entdeckte die DNS (Desoxyribonukleinsäure) und fand heraus, daß sie nur aus vier unterschiedlichen Bausteinen bestand. Von diesem Zeitpunkt an wurde fieberhaft an der Entschlüsselung der DNS gearbeitet, bis im Jahre 1965 der genetische Code geknackt wurde. Nun war es möglich Lebewesen DNS zu entnehmen, anderen einzupflanzen und sie so zu verändern.
Im Laufe der letzten Jahre entstand ein großes Rennen auf Gendaten und deren Lizenzen vor allen von Seiten der Pharmaindustrien. Man versprach sich zum einen die Erfüllung von Menscheitsträumen wie des unendlichen Lebens aber auch hohen Profit. Von diesem "Run" profitierte natürlich ebenfalls die Medizin, denn durch die teilweise entschlüsselte DNS gelang es, zuvor unheilbare Krankheiten zu besiegen oder deren Folgen zu mildern.


DNS

Autor: Micha Schröter