| Die durch Einwanderung stark gewordene Gruppierung der Juden in Palästina forderte während des 2. Weltkrieges einen eigenen Staat. Mit Hilfe Großbritanniens erreichten sie eine zeitweilige Erlaubnis, die ihnen eine Existenz in der Region zusicherte. 1947 beschlossen die UN die Teilung des Gebiets in einen jüdischen und einen arabischen Teil. Sofort rief der Nationalrat der Juden in Israel einen eigenen Staat aus. Da die arabischen Nachbarländer (Transjordanien, Ägypten, Irak, Syrien und Libanon) einen solchen nicht dulden wollten, griffen sie Israel am 15.5.1948 an, um die Bildung eines unabhängigen Staates zu verhindern. Am 15.1.1949 endete dieser 1. Israelisch-Arabische-Krieg mit einem Waffenstillstandsabkommen. In diesem einigten sich die Kriegsparteien darauf, daß der Gasa-Streifen auch fortan unter Ägyptischer Kontrolle stehen sollte und daß alle Gebiete westlich des Jordans an Transjordanien fallen. Fortgesetzte aggressive Politik der arabischen Staaten und die Intensivierung des arabisch-palästinensischen Guerillakrieges veranlaßten Israel am 29.10.1958 dazu, im sogenannten 2. Israelisch-Arabischen-Krieg den Gasastreifen und die Halbinsel Sinai zu besetzen, aus denen es sich aber nachdem von der UdSSR und den USA erzwungenen Waffenstillstand am 8.11.1956 wieder zurückziehen musste. Aktionen der palästinensischen Freiheitsbewegung, und der Aufmarsch ägyptischer, syrischer, saudiarabischer und jordanischer Truppen leiteten am 5.6.1967 den Beginn des 3. Israelisch-Arabischen-Krieges ein. Nachdem es Israel gelungen war, die ägyptische Luftwaffe zu vernichten, gelang es Ägypten nicht mehr den Gasasstreifen zu halten und so wurde dieser von Israel besetzt. Zusätzlich gelang es Israel, die Sinai-Halbinsel, die Golan-Höhen und West-Jordanien zu besetzen. Sechs Tage nach Ausbruch des Krieges endete er mit einem erneuten Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien. Die Weigerung Israels, sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen führte zum politischen Widerstand der arabischen Bevölkerung dieser Gebiete, zu terroristischen Guerillaaktionen der Befreiungsbewegungen (und massiven israelischen Gegenaktionen), zu Solidaritätserklärungen der meisten asiatischen und afrikanischen Staaten mit den Arabern, sowie zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen Israels mit der UdSSR und den meisten anderen kommunistischen Staaten. Ein mit Hilfe der UdSSR geführter Überraschungsangriff von Syrien und Ägypten führte am 6.10.1973 zum 4. Israelisch-Arabischen-Krieg. Dieser Krieg ist auch unter dem Namen Jom-Kippur-Krieg bekannt, da der erste Angriff am höchsten jüdischen Feiertag stattfand (Jom-Kippur). Dieser Krieg endete mit einem unentschiedenen Ausgang am 25.10.1973, nachdem ein durch die Mächte USA und UdSSR Waffenstillstand und ein Truppenentflechtungsabkommen geschlossen worden war. Die unter starken Vermittlungen der USA zwischen Israel und Ägypten geführten, von den anderen arabischen Staaten und den Palästinensern bekämpften Friedensverhandlungen, führten im März 1979 zu einem Friedensvertrag. Durch ihn wurde die Halbinsel Sinai wieder zu ägyptischen Gebiet erklärt, während die Golan-Höhen von Israel annektiert wurden. Der ab 1982 erfolgte Einmarsch der israelischen Armee nach Libanon hatte das Ziel, die dort lebenden Palästinenser zu vertrieben und Freiheitsorganisationen (PLO) zu zerschlagen. Diesen Angriff bezeichnet man heute als den 5. Israelisch-Arabischen-Krieg. Diese Gebiete blieben einige Jahre besetzt, bis sich die israelische Armee 1985 zurückzog. |

Israel und Nachbarstaaten