| In den Fünfzigern herschte die Meinung, dass der Staat, dem es gelänge die erste ständige Raumstation einzurichten, auch die Herschaft über die Welt übernehmen werde. So erklärt sich die Bestürzung, mit der in den USA der Start des sowjetischen Sputnik aufgenommen wurde. Er flog in einer elliptischen Bahn um die Erde, die zwischen 228 km und 947 km Höhe schwankte. Das Rennen um die Vorherrschaft im Weltraum hatte begonnen. Die Sowjetunion konnte ihren Vorsprung ausbauen und schickte die Hündin Leika ins Weltall, die offiziell eine Woche lang die Erde umkreiste, in Wirklichkeit wurde Laika schon kurz nach ihrem Start gegrillt. Den Amerikanern dagegen gelang es nichteinmal, mit einer Weltraumrakete den Boden zu verlassen, die Vanguard fiel kurz nach dem Start wieder zu Boden und die Mercury-Redstone startete gar nicht erst. Erst ein Jahr später brachten sie ihren ersten Satelliten, den Explorer in den luftleeren Raum. Immerhin hatte er eine höhere Umlaufbahn als der Sputnik. Der nächste Erfolg der Sowjets bestand in den Lunik-Sonden, es handelte sich dabei um unbemannte Mondsonden. Die wichtigste von ihnen ist Lunik 3, die zum ersten Mal Photographien der Mondrückseite machte. Zu allem Überfluss brachten die UdSSR auch noch den ersten Menschen ins All, Juri Alexejewitsch Gagarin, der am 12.04.1961 mehrere Male die Erde umkreiste. Wieder konnten die Amerikaner erst ein Jahr später, 1962, selbst einen Menschen, John Glenn, ins All schicken. |
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Doch nun begannen die Amerikaner ihr Tempo zu steigern: Am 25. Mai 1961 erklärte Kennedy "noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond zu landen und sicher zur Erde zurückzubringen." Es begann der Wettlauf zum Mond, es war das Rennen zweier politischer Systeme, welches allein auf amerikanischer Seite 25 Milliarden Dollar kosten sollte. Auf dem Höhepunkt des Apollo Programms waren eine halbe Million Menschen in irgendeiner Weise daran beteiligt, einen Menschen auf den Mond zu bringen. Um Zeit zu sparen, wurden die Tests auf das notwendigste beschränkt, und bereits mit Apollo 8 gelang es den Amerikanern, den Mond zu umkreisen. Am 20.07.1969 um 21:18 Uhr MEZ landete dann schließlich Apollo 11 auf dem Mond, um 03:26:20 Uhr am darauffolgenden Tag stieg Neil Armstrong aus der Mondfähre, 20 Minuten nach ihm Edwin Aldrin. Die ARD übertrug das Ereigniss 28 Stunden lang live. Die amerikanische Flagge wurde auf dem Mond gehisst, kaum jemanden wäre in den Sinn gekommen, vielleicht eine internationale Flagge wie die der Vereinten Nationen zu hißen, die Amerikaner waren der Meinung, dass sie auch das Recht hätten, ihre Flagge aufzuziehen, solange sie für die Mission bezahlten. Doch es gab auch kritische Stimmen gegen die Mondlandung, so fragte Sentaor William Fulbright, wessen Ansehen wohl größer wäre, das des Staates, der seine Städte und Verkehrswesen saniert, seine Elendsviertel und Verbrechen zum Verschwinden gebracht und das beste Schulwesen ins Leben gerufen hätte oder das des Staates, der als erstes einen Mensch auf den Mond gebracht hätte ? |
| Einen Tag nach der Landung von Apollo 11 zerschellte die sowjetische Mondsonde Luna 15, selbst wenn die Sowjets noch Gesteinsproben vom Mond auf die Erde brachten oder ferngesteuerte Mondautos aussetzten, es half nichts, das Rennen um die Mondlandung hatten sie verloren. Für die USA standen jetzt andere Punkte im Vordergrund, der Vietnam Krieg tobte und so drosselten sie die Ausgaben für die NASA. Nach der beinahe Katastrophe von Apollo 13 wurde das Budget auf ein Drittel zusammengestrichen. Doch die Sowjetunion konzentrierte sich nach dem verlorenen Rennen um die Mondlandung darauf, eine ständig bewohnte Raumstation in den Orbit zu bringen, 1971 wurde die erste Raumstation, Saljut 1, in eine ständige Umlaufbahn gebracht. Sie hatte ein Gewicht von 19 Tonnen und der bewohnbare Innenraum betrug 100 m³. Ihre ersten 3 Bewohner kamen ums Leben, als sich auf dem Heimflug ein Druckventil vorzeitig öffnete. Auch die NASA probierte sich nun an einer Raumstation, doch sie hatte ebenfalls wenig Glück - Das Skylab kreiste die meiste Zeit unbemannt durchs All, bis es 1979 unkontrolliert auf die Erde stürzte und dabei eine Kuh erschlug. |
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Die USA schickten nun eine Reihe von unbemannten Sonden ins Weltall, darunter auch die ersten Sonden, die den Mars erkundeten, die Viking-Sonden. Doch alle diese Sonden brachten nur die Ernüchterung, dass wir allein sind, sie funkten nur Bilder einer trostlosen und öden Landschaft zur Erde. 1981 starteten die Amerikaner ihr erstes Space Shuttle, das erste wiederverwendbare Raumschiff. Es wurde aufgrund seiner Wiederverwendbarkeit als besonders kostengünstig gepriesen, doch am Ende verschlang auch dieses Projekt zehn Milliarden Dollar. Am 28. Januar 1986 explodierte eines dieser Raumschiffe mit dem Namen Challenger, bei der Explosion kamen 7 Astronauten ums Leben. Die NASA hatte den Start trotz eisiger Temperaturen genehmigt, im Abschlußbericht wurde festgestellt, daß eine kältespröder Dichtungsring die Katastrophe verursacht hatte. Das letzte große Projekt der Russen bestande aus der Mir. Die russische Raumstation wurde am 19.02.1986 gestartet und umkreist die Erde seitdem in einer Höhe von 350 km. Sie besteht aus drei Modulen mit einem Durchmesser von 2 bis 4 m, hat eine Gesamtlänge von 13,5 m und ein Gesamtgewicht von 21 t. |

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