Internetanschluss gesperrt

Internet gesperrt mit Schloss
Das der Internetanschluss gesperrt wurde, kann verschiedene Ursachen haben

Wenn Ihr Anschluss fürs Internet gesperrt wurde kann dieser oftmals verschiedene Gründe haben. Denn manchmal kann es passieren, dass Ihr Internetanschluss nur versehentlich gesperrt wurde. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie schnellstmöglich Ihren Anbieter telefonisch und per E-Mail kontaktieren, um herauszufinden, welche Ursachen die Sperrung herbeigeführt hat.

Gelegentlich kann es auch passieren, das Ihre Überweisung noch nicht bei Ihrem Provider eingegangen ist, sie falsch ausgestellt wurde oder in seltenen Fällen sogar verlogen gegangen ist. Stellen Sie also zu Erst sicher, dass die Überweisung auch wirklich korrekt adressiert wurde und auch von Ihrem Konto abgebucht wurde. Sollte dies der Fall sein, kontaktieren Sie Ihren Anbieter einfach. Beachten Sie jedoch, dass Sie bei dem Gespräch mit Ihrem Anbieter, Ihre Überweisungsdaten zur Hand haben. Zudem sollten Sie auch Kopien von der Überweisung anfertigen und diese in den E-Mails an Ihren Anbieter anhängen.

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Was tun wenn Ihr Internetanschluss wegen einer nicht bezahlten Rechnung gesperrt wurde?

Wenn dies bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie so schnell wie möglich den offenen Betrag, der zur Sperrung Ihres Anschlusses geführt hat, an Ihren Internetanbieter überweisen. Sollte die offene Rechnungssumme jedoch niedriger als 75 € sein, können Sie auch gerichtlich gegen Ihren Anbieter vorgehen Denn seit dem 03.12.2012 müssen laut Telekommunikationsgesetzes (TKG) die Anbieter die nominierten Voraussetzungen einhalten.

Interessant
In einer Verfahrensklage hat das Landgericht zu Gunsten des Klägers entschieden, mit der Begründung, dass diesem durch den Ausfall des Internets hohe Nachteile entstanden sind. Der Betroffene klagte, da sein Telefon- und Internetanschluss gesperrt wurden, auf Grund einer Nichtzahlung einer Rechnung in Höhe von 33,43 €. Zudem urteilte das Landgericht auch, dass der Telekommunikationsanbieter rechtswidrig gehandelt und gegen das TKG verstoßen hat.

So heißt es im § 45k Abs. 2 des TKG, dass ein Anbieter Ihren Anschluss fürs Internet nur sperren darf, „wenn der Teilnehmer nach Abzug etwaiger Anzahlungen mit Zahlungsverpflichtungen von mindestens 75 Euro in Verzug ist und der Anbieter die Sperre mindestens zwei Wochen zuvor schriftlich angedroht und dabei auf die Möglichkeit des Teilnehmers, Rechtsschutz vor den Gerichten zu suchen, hingewiesen hat.“

Internet als Lebensstandard

Wochen zuvor erst, urteilte der Bundesgerichtshof, das das Internet nicht mehr als Luxusgüter, sondern als Lebensstandard eingestuft wird. So urteilte der Bundesgerichtshof, dass die ständige Verfügbarkeit des Internets von zentraler Bedeutung ist und sich signifikant auf die materiale Grundlage der Lebenshaltung auswirkt. Sollte also das Internet von Seiten des Providers ausfallen, können Sie Schadensersatz bei Internetausfall verlangen.

Rechnung bezahlt aber Ihr Internetanschluss ist noch gesperrt?

Um Rechtsstreite mit Ihrem Internetanbieter und die Sperrung des Anschlusses zu vermeiden, sollten Sie umgehend alle offenen Rechnung über 75 € begleichen. Falls Ihr Internetanschluss dennoch nicht funktioniert, sollten Sie sich an Ihren Provider wenden. Rufen Sie dazu am besten die Hotline Ihres Internetanbieters an und schicken Sie auch gleich eine E-Mail. Falls Sie innerhalb von 72 Stunden keine Antwort erhalten haben, sollten Sie sich an die Bundesnetzagentur wenden. Hier können Sie ein Schlichtungsverfahren einreichen.

Hierbei sollten Sie jedoch beachten, dass ein Verfahren nur zustande kommen kann, wenn Ihr Streitfall mit Ihrem Anbieter nicht schon vor Gericht rechtshängig ist und Sie bereits einen Versuch einer eigenen Einigung unternommen haben.
Sollte Ihr Antrag diesen Kriterien entsprechen und zugelassen werden, werden zunächst beide Parteien zum Sachverhalt gehört. Anschließend tritt das Schlichtungsgremium eine individuelle Schlichtungsvorlage. Für die Durchführung des Schlichtungsverfahren entstehen ab Teilnahmeerklärung Kosten von mindestens 35 €. Diese Gebühren werden jedoch anteilig auf alle Parteien des Verfahrens aufgeteilt.

Fazit

Auch wenn Sie eine offene Rechnung bei Ihrem Internetanbieter haben, heißt das nicht, dass Sie auf Internet und Telefon verzichten müssen. Denn laut Beschluss des Landgerichts Baden-Baden kann ein Provider nur den Internetanschluss nur sperren, wenn die offene Rechnungssumme mehr als 75 € beträgt. Dennoch sollten Sie als Kunde aufpassen, denn die Grenze von 75 € ist bei derzeitigen Internet- und Telefonverträgen schnell erreicht.

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