Gas und Strom trotz Schufa

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Gas und Strom günstig trotz Schufa – geht das?

Mit einem Wechsel des Strom- oder Gasanbieters lässt sich viel Geld sparen. Stößt der Anbieter allerdings bei der vor Vertragsabschluss häufig durchgeführten Bonitätsprüfung auf einen negativen Schufa-Eintrag des Kunden, ist der Traum von günstigen Energietarifen schnell geplatzt. Doch auch bei negativer Schufa haben Sie Möglichkeiten, von billigeren Strom- und Gaspreisen zu profitieren.



Energieversorger führen in den allermeisten Fällen vor Vertragsabschluss eine Bonitätsprüfung in Form einer Schufa-Abfrage durch. Ist die Schufa-Auskunft negativ, wird der Vertragsabschluss oft abgelehnt - ein echtes Ärgernis für Kunden, denn gerade bei Strom- und Gastarifen kann durch einen Wechsel des Anbieters enorm viel Geld gespart werden.



Lehnen Energieversorger einen Antrag aufgrund schlechter Bonität ab, bleibt dem Kunden nur der gesetzlich zugesicherten Bezug von Gas und Strom über den örtlichen Grundversorger – und das ist meistens eine sehr kostspielige Option, denn diese Tarife liegen in den allermeisten Fällen preislich weit über denen der Konkurrenz.



Schlaubi erklärt, was es zu beachten gilt, wenn Sie trotz negativer Schufa den Gas- bzw. Stromanbieter wechseln möchten wie Sie trotz negativer Bonität von günstigeren Energietarifen profitieren können.

Kunde in der Grundversorgung oder Sonderkunde: Ihr Status bestimmt den Preis

Bei der Versorgung von Privathaushalten mit Gas und Strom wird grundsätzlich danach unterschieden, ob der Kunde in der Grundversorgung ist, also vom örtlichen Grundversorger mit Energie-Dienstleistungen beliefert wird, oder ob der Abnehmer Sonderkunde ist und damit Lieferungen außerhalb der Grundversorgung bezieht. Der Hauptunterschied liegt in den Kosten für die bezogenen Energie-Lieferungen: Preise in der Grundversorgung sind um einiges höher als bei Sondertarifen.

Als Grundversorger wird der Energieversorger bezeichnet, der die meisten Haushalte in der Umgebung beliefert. Das sind meistens Stadtwerke. Wenn Sie von dort Strom und Gas beziehen und keinen besonderen Tarif vereinbart haben, sind Sie sogenannter Haushaltskunde in der Grundversorgung.

Grundsätzlich gilt ein gesetzlicher Anspruch auf Belieferung durch den Grundversorger; dieser darf Ihnen die Versorgung also nicht verweigern, auch nicht wegen eines negativen Schufa-Eintrages. Allerdings werden in diesem Fall in der Regel die sogenannten ‚Allgemeinen Preise‘ des Grundversorgers als Grundlage genommen, die leider auch meistens um einiges teurer sind als Sondertarife.

Wer Gas und Strom zu günstigeren Tarifen beziehen will, wird abseits dieser Allgemeinen Preise des Grundversorgers fündig; doch hier kann sich die Schufa-Abfrage als Hürde erweisen.

Warum machen Energieversorger eine Schufa-Abfrage?

Mit einer Schufa-Abfrage wollen Unternehmen sicherstellen, dass Sie als Kunde in der Lage sind, den abgeschlossenen Vertrag zu erfüllen und die anfallenden Kosten zu bezahlen. In einer Schufa-Datei werden sämtliche Daten zu Girokonten, Kreditkarten, laufenden und getilgten Krediten, Leasingverträgen, Handyverträgen, DSL Verträge etc. gesammelt. Aus diesen Daten errechnet die Schufa einen Score, der bei maximal 100% liegt – das bedeutet volle Kreditwürdigkeit. Je mehr Ihr Score nach unten abweicht, desto größer schätzt der Anbieter das Risiko ein, dass Sie Ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können.

Wird bei Gas- oder Stromverträgen eine Schufa-Abfrage durchgeführt?

Strom- und Gasanbieter haben grundsätzlich die Möglichkeit, vor Vertragsabschluss bei der Schufa oder auch bei anderen Stellen eine Auskunft über die Bonität eines Kunden einzuholen. Bei näherem Hinsehen findet sich bei den allermeisten Energieunternehmen eine entsprechende Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die besagt, dass der Dienstleister sich diese Möglichkeit vorbehält. Erfahrungsgemäß machen viele Strom- und Gasanbieter auch von dieser Option Gebrauch; eine allgemeingültige Aussage dazu, dass wirklich bei jedem Antrag eine Bonitätsprüfung durchgeführt wird, lässt sich jedoch nicht treffen. Genauere Auskunft hierzu gibt Ihnen der jeweilige Anbieter.

Führt ein negativer Schufa-Eintrag zwangsläufig zur Ablehnung?

Grundsätzlich müssen die Grundversorger in Ihrer Region Sie mit Strom bzw. Gas beliefern, sie dürfen dies auch bei mangelnder Bonität nicht ablehnen. Ob dagegen ein Antrag auf Strom- bzw. Gasversorgung bei einem eventuell günstigeren Alternativ-Anbieter trotz negativer Schufa erfolgreich ist, liegt allein im Ermessen des Dienstleisters: Es hängt davon ab, ob dieser eine Bonitätsprüfung durchführt, wie er gegebenenfalls vorhandene Schufa-Einträge gewichtet und wie schwerwiegend die Einträge sind. Eine generelle Aussage, dass Sie trotz negativer Schufa definitiv den Wunsch-Energietarif bekommen können, lässt sich also leider nicht treffen; es kommt auf den Dienstleister und auf den individuellen Fall an. Genauso wenig lässt sich aber sagen, dass ein Wechsel zu einem anderen Energieversorger wegen eines negativen Schufa-Eintrages definitiv ausgeschlossen ist - es gibt grundsätzlich durchaus Möglichkeiten, auch bei negativem Schufa-Eintrag vom teuren Tarif des Grundversorgers wegzukommen und einen Vertrag mit einem Alternativ-Anbieter abzuschließen. Wie das trotzdem klappen kann, erfahren Sie nachfolgend.

Unsere Tipps für günstige Strom- und Gastarife trotz negativer Schufa

  • Sprechen Sie mit dem Energieversorger über individuelle Lösungen

Wenn Sie einen negativen Schufa-Eintrag haben, lohnt es sich meistens, mit dem Wunsch-Anbieter zu sprechen und Ihre Karten offen auf den Tisch zu legen. Grundsätzlich haben Energieversorger ein Interesse daran, neue Kunden zu gewinnen und sind deshalb in vielen Fällen bereit, individuell zugeschnittene Lösungen zu erarbeiten; ein negativer Schufa-Eintrag muss nicht zwingend zum Stolperstein werden. Häufig sind Dienstleister bereit, einen Kunden trotz negativer Bonität zu beliefern, insbesondere dann, wenn der Schufa-Eintrag nicht sehr schwerwiegend ist. In vielen Fällen wird ein Vertragsabschluss bei negativer Bonität dann an bestimmte Bedingungen geknüpft. Konkret handelt es sich dabei meistens um sogenannte Pakettarife, bei denen Sie vorab festgelegte Mengen an Strom- und Gas gegen Vorkasse beziehen, ähnlich den Prepaid-Tarifen im Mobilfunk. Die zweite Variante, die bei negativer Schufa-Auskunft oft zur Anwendung kommt, ist die Hinterlegung einer Kaution. Ob ein Energieversorger Ihnen einen Vertrag anbietet und zu welchen Konditionen, erfahren Sie in der Regel im direkten Gespräch.

Unser Tipp:

Stellen Sie den Antrag auf Ihren Wunschtarif beim entsprechenden Anbieter – nicht immer erfolgt eine Schufa-Abfrage, und selbst wenn Ihr Antrag zunächst abgelehnt wird, hat das keine negativen Konsequenzen für Sie. Bei negativem Bescheid lohnt sich häufig das Gespräch mit dem Energieversorger, denn in vielen Fällen können individuelle Lösungen ausgearbeitet werden.

  • Pakettarife als Alternative: Strom und Gas gegen Vorkasse

Eine interessante Alternative zu herkömmlichen Strom- und Gastarifen sind Tarife mit Vorkasse, die bei vielen Energieversorgern angeboten werden. Hier leisten sie als Kunde Vorauszahlungen in regelmäßigen Abständen, anstatt der üblichen monatlichen Abschlagszahlungen werden diese oft vierteljährlich oder halbjährlich fällig. Bei diesen sogenannten Pakettarifen wird eine bestimmte Menge an Strom oder Gas vereinbart, die Sie dem Anbieter garantiert abnehmen; Sie kaufen also eine festgelegte Anzahl von Kilowattstunden im Paket zum Fixpreis, die Sie dann innerhalb eines bestimmten Zeitraumes verbrauchen können. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass Sie trotz negativer Bonität von Preisen profitieren können, die weit günstiger sind als die des örtlichen Grundversorgers; die Pakettarife kommen außerdem ohne jegliche Grundgebühr aus. Wenn Sie Ihren Stromverbrauch sehr genau einschätzen können, kann ein Pakettarif also eine äußerst sinnvolle und vor allem sehr kostengünstige Option sein; nicht selten sind die Preise im Vergleich zu den allgemeinen Tarifen der Grundversorger so viel billiger, dass sich der Wechsel schon innerhalb kürzester Zeit bezahlt macht. Nicht genutzte Kilowattstunden verfallen allerdings in der Regel, und das vorab gezahlte Geld wird nicht zurückerstattet, sodass Sie ein Pakettarif unterm Strich teuer zu stehen kommen kann, wenn Sie das gekaufte Kontingent nicht voll nutzen. Das Gleiche gilt auch, wenn der vorgekaufte Strom nicht ausreicht: Zusätzlich benötigte Kilowattstunden lassen sich die Anbieter meist teuer bezahlen.

Unser Tipp:

Wenn Sie anhand der Stromrechnungen vergangener Jahre zuverlässig ermitteln können, wie viel Sie durchschnittlich verbrauchen, ist ein Pakettarif eine sinnvolle Alternative, mit der Sie trotz negativem Schufa-Eintrag von günstigen Strom- und Gaspreisen profitieren und ordentlich sparen können. Bevor Sie sich für einen Pakettarif entscheiden, sollten Sie jedoch unbedingt den Energieversorger hinsichtlich Verlässlichkeit und Ausfallrisiko recherchieren, insbesondere dann, wenn es sich nicht um ein renommiertes Unternehmen handelt: Denn mit der Buchung eines Pakettarifes gehen Sie in Vorleistung, das Risiko des Ausfalls liegt in diesem Fall nicht mehr beim Anbieter, sondern bei Ihnen. Kundenbewertungen können hier sehr hilfreich sein. Achten Sie auch darauf, ob eine Preisgarantie während der Vertragslaufzeit gegeben ist oder ob der Anbieter sich das Recht vorbehält, auch während der Laufzeit die Preise zu erhöhen.

  • Kautionsmodell

Manche Energieversorger, die sich trotz negativem Schufa-Eintrag bereit erklären, Strom oder Gas zu liefern, verknüpfen dies mit besonderen Vertragsbedingungen, da sie ein erhöhtes Risiko eingehen. Häufig wird deshalb die Hinterlegung einer Kaution als Sicherheit für eventuelle Zahlungsausfälle verlangt – damit stellt der Energieversorger sicher, dass er bei Zahlungsausfällen des Kunden nicht auf unbezahlten Rechnungen sitzen bleibt. Die Höhe dieser Kaution variiert je nach individuellem Fall und Dienstleister. Wenn das Vertragsverhältnis beendet ist, erhält der Kunde die hinterlegte Sicherheit in voller Höhe zurück, insofern er alle angefallenen Kosten bezahlt hat.

Welche Energieversorger bieten günstige Tarife außerhalb der Grundversorgung an?

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über Anbieter, die interessante Strom- und Gastarife außerhalb der Grundversorgung anbieten. Nähere Informationen zu Schufa-Abfrage und zu Tarifoptionen bei fehlender Bonität erfahren Sie direkt beim jeweiligen Anbieter.

Anbieter Hauptmerkmale

123-Energie.de

Als Tochterunternehmen der Pfalzwerke seit 2007 auf dem deutschen Markt.
Neben herkömmlichen Tarifen auch Tarife mit Vorauszahlung für ein Jahr, mit Preisgarantie;
Ökostrom und Ökogas erhältlich.

BEV

Der Münchener Dienstleister ist seit 2014 als Energieversorger auf dem deutschen Markt und legt Wert auf guten und individuellen Kundenservice.
12 monatige Vertragslaufzeiten und Preisgarantie erhältlich.

E wie Einfach

Tochterunternehmen von E-on mit Sitz in Köln, seit 2007 auf dem Markt.
Große Tarifauswahl mit flexiblen Konditionen, neben herkömmlichen Produkten auch Ökostrom.

E.ON

Seit 2000 etablierter Großanbieter mit eigenen Netzen, gute Sparmöglichkeiten bei Strom- und Gas- Kombitarifen.
Ökostrom im Angebot. Regionale Standorte sichern guten Kundenservice.

EnBW

Betreibt seit 1997 als einer der größten Anbieter über Tochtergesellschaften zahlreiche Strom- und Gasnetze;
großes Tarifangebot mit Ökostrom, mit oder ohne Preisgarantien.

Enstroga

Seit 2012 auf dem deutschen Markt, unabhängiger Dienstleister mit Sitz in Berlin.
Bietet Tarife mit Preisgarantie und Ökostrom.

Eprimo

Seit 2005 auf dem deutschen Markt, seit 2007 Teil des RWE-Konzerns uns seit 2016 Tocher der innogy SE;
Schwerpunkt auf grünen Energie-Produkten, viele Online-Tarife.

EVD

Die Energieversorgung Deutschland mit Sitz in Chenitz beliefert seit 2012 Privathaushalte mit Öko-Produkten.
Schwerpunkt liegt auf flexiblen Tarifen mit Preisgarantien und kurzen Kündigungsfristen
sowie individuelle gestalteten Lösungen für Kunden.

First Utility (Shell PrivatEnergie)

Liefert seit 2015 Produkte der Shell PrivatEnergie an Privathaushalte.
Tarife mit kurzen Kündigngsfristen und Preisgarantie, Storm aus erneuerbaren Energien erhältlich

Ideo Energie

Düsseldorfer Energieversorger, der seit 2015 auf dem Markt ist und ausschließlich auf Ökotstrom aus Wasserkraft setzt.
Reiner Online-Anbieter.

ImmerGrün

Setzt auf CO2-neutrale Energie;
bietet Pakettarife und Tarife mit Preisgarantie an,
kurze Kündigungsfristen und einmonatige Laufzeiten.

Lekker

Hervorgegangen aus dem niederländischen Konzern Nuon gehört Lekker seit 2013 zu den SWK (Stadtwerke Krefeld)
und liefert ausschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen.

RWE

Einer der größten Energieanbieter in Europa mit eigenen Netzen und Kraftwerken,
umfassendes Angebot mit Ökostrom-Tarifen.

Strogon

Gegründet 2015 mit Sitz in Bonn; günstige Tarife mit kurzer Vertragslaufzeit
und Preisgarantie erhältlich.

Stromio

Unabhängiger Anbieter mit Sitz in Düsseldorf, der seit 2009 bundesweit Strom und Gas liefert.
Günstige Tarife, teilweise mit Preisgarantien.

Yello

Gehört zur ENBW-Gruppe und ist einer der größten Energienabieter in Deutschland; TArife mit Preisgarantie und 12 Monaten Laufzeit sowie Ökostrom-Tarife im Angebot.

Bei Ablehnung: Sehen Sie Ihre Schufa-Datei ein

Ist Ihr Antrag auf Gas- oder Stromlieferung unerwartet abgelehnt worden, lohnt es sich, Ihre Schufa-Datei einzusehen - als Verbraucher haben Sie einmal pro Jahr Anspruch auf kostenlose Auskunft über Ihre gespeicherten Daten. Denn in vielen Fällen sind Schufa-Einträge veraltet oder gar unberechtigt und können in diesem Fall angefochten und bei erfolgreichem Einspruch gelöscht werden. Auch ein relativ geringfügiges Problem, das Jahre zurückliegt, aber nicht gelöscht wurde, kann sich negativ auf die sogenannte Schufa-Score auswirken, die von den Energieversorgern abgefragt wird – auch wenn Sie zwischenzeitlich durchaus in der Lage sind, vertragliche Verpflichtungen problemlos zu erfüllen.

Fazit

Auch bei negativem Schufa-Eintrag können Sie mit ein wenig Recherche und Verhandeln durchaus von günstigen Energietarifen profitieren. Eine negative Bonitätsprüfung muss nicht zwingend zum Stolperstein werden, viele Anbieter bieten individuelle Lösungen in Form von Pakettarifen oder Hinterlegung einer Kaution an – suchen Sie das Gespräch Sie mit dem Energieversorger.