LTE Datentarife als DSL Alternative

In heutigen Zeiten moderner Smartphones ist er mittlerweile vollkommen gängig: Der LTE-Datentarif. Im Gegensatz zu vorigen Generationen von Mobilfunknetzen besitzt LTE eine hohe Geschwindigkeit, die eine realistische alltägliche Nutzung des Internets jenseits vom Senden von Kurznachrichten erlaubt. Es stellt sich daher die Frage, ob DSL zuhause überhaupt noch notwendig ist. Lohnt es sich also statt einem DSL-Anschluss einen LTE-Datentarif zu nutzen?

Was ist LTE und worin unterscheidet es sich vom klassischen DSL Anschluss?

Das Kürzel LTE steht für „Long Term Evolution„. LTE benötigt als Mobilfunknetz keine Telefonanschlussbuchse. Somit eignet es sich für Unterwegs und erlaubt dennoch hohe Datenübertragungsraten, die das Laden von komplexeren Inhalten wie Full-HD-Videos, Streaming, datenstarke soziale Medien etc. problemlos erlauben.

Die Geschwindigkeit von LTE kann bei 16 bis über 200 MBits pro Sekunde liegen, hält formal also mit der Geschwindigkeit von DSL- und VDSL-Anschlüssen mit bzw. übertrifft sie sogar, je nach Verbindung.

LTE Datentarife als DSL Ersatz?
Bild: © Bastian Weltjen – fotolia.com

Eine Einrichtung durch einen Techniker entfällt bei LTE im Gegensatz zum klassischen DSL-Anschluss. Sobald der Anbieter dem Nutzer LTE zur Verfügung stellt, kann die Verbindung sofort mit einem LTE-fähigen Gerät genutzt werden. Dieses muss selbstverständlich auch nicht verkabelt werden und benötigt keinen Telefonanschluss. Das Gerät muss aber über die LTE-Technologie verfügen, um die Verbindung auch nutzen zu können.

Als Mobilfunkstandard der dritten Generation wird LTE auch 3.9G bezeichnet, auch wenn Hersteller es aus Marketinggründen fälschlicherweise oft als 4G bewerben. Lediglich LTE-Advanced bzw. LTE+ sind korrekterweise aus der vierten Generation, aber um eine stärkere Abgrenzung von LTE zu älteren 2G- und 3G-Mobilfunkstandarden wie beispielsweise UMTS zu erreichen, wird dieser Umstand gerne ignoriert.

Die Datenübertragungsrate der LTE-Verbindung variiert im Vergleich zum DSL-Anschluss allerdings deutlich stärker. Daten werden per Funk statt Kabel übertragen.

Der Empfang ist nicht an jedem Ort gleichmäßig auf hohem Niveau, sondern kann Schwankungen unterliegen.

LTE Totalausfall möglich

Es ist auch möglich, dass je nach Ort keinerlei LTE-Verbindung möglich ist. Der heimische DSL-Anschluss unterliegt diesen ortsbedingten Variationen aufgrund seiner stationären Natur logischerweise nicht.

Zudem ist DSL aus einem weiteren Grund nochmals stabiler: LTE ist ein „Shared Medium„, seine Bandbreite wird also gleichzeitig mehreren Nutzern zur Verfügung gestellt. Seine Stabilität hängt von der Nutzung der jeweiligen lokalen Funkzelle ab. Wenn in Ihrer Nähe aktuell viele User im Internet sind und größere Mengen an Datenpaketen herunterladen, wird Ihre eigene LTE-Verbindung darunter leiden und entsprechend weniger Leistung bieten.

Um maximale Stabilität zu gewährleisten, gibt es mittlerweile Hybrid-Verbindungstarife, welche zuhause sowohl LTE, als auch DSL nutzen. Hierbei wird jeweils die aktuell stärkere Variante genutzt, um Einbrüche in der Datenübertragungsrate zu verhindern. Der Nachteil solcher Tarife ist allerdings ein höherer Aufpreis und ein DSL-Anschluss mit 384 Kilobit pro Sekunde oder mehr. Als Alternative bieten sich solche Vertrage also nicht an und sind eher im High-End-Bereich angesiedelt.

Wer sind die bekanntesten LTE-Anbieter?

Die größten Mobilfunkanbieter bieten natürlich auch LTE-Verbindungen an. Hierzu zählen Telekom, Vodafone und O2, aber auch etwas andere Anbieter wie Congstar, Smartmobil und 1&1 reihen sich mittlerweile in die bekanntesten LTE-Anbieter ein. Die großen Anbieter können im Allgemeinen oft eine höhere Geschwindigkeit bieten, verlangen hierfür aber auch die höheren Kosten. Letztendlich muss hier je nach persönlichem Geschmack und Bedarf abgewogen werden, welcher Anbieter am meisten Sinn macht. Außerdem spielt die jeweilige Netzabdeckung eine Rolle.

Was kostet ein LTE-Vertrag im Schnitt?

Je nach Geschwindigkeit und Datenvolumen reichen die Kosten hier von 10 bis über 50 Euro. [strong]Durchschnittlich kostet ein LTE-Vertrag im Monat 25 bis 35 Euro.[/strong] In dieser Preisspanne werden Sie die meisten Angebote finden, die auch praktische Datenvolumina und Übertragungsraten bieten.

Wie gut verfügbar ist LTE?

Im Allgemeinen ist die Verfügbarkeit von LTE mittlerweile gut. Besonders in städtischen Gebieten sollte sie durchweg gegeben sein und starke Datenübertragungsraten erlauben. Hier sind die LTE Datentarife als DSL Alternative durchaus denkbar. Schwächen gibt es nach wie vor in ländlichen Gebieten. Hier kann je nach Ort bzw. Ortsgröße lediglich ein älterer Mobilfunkstandard möglich sein, nicht aber LTE.

Die unterschiedlichen LTE-Anbieter geben allerdings heute bereits Netzabdeckungen im Bereich um die 80 bis 90 Prozent an. Im Zweifel können Sie die jeweilige Verfügbarkeit über Netzabdeckungskarten der jeweiligen Mobilfunkanbieter prüfen und somit besser entscheiden, ob eine LTE-Verbindung für Sie in Frage kommt.

Trotz der mittlerweile guten Netzabdeckung können Spitzenübertragungswerte mit LTE immer noch nur in Stadtgebieten erreicht werden, wo auch starke DSL-Anschlüsse durchweg zu haben sind.

Für eine Nutzung Zuhause bieten sich speziell sogenannte LTE-Hotspots an. Diese benötigen zwar einen eigenen Stromanschluss, erlauben aber die Verbindung mehrere Geräte ähnlich einem Router, der DSL per WLAN-Verbindung zur Verfügung stellt. Somit eignen sich LTE-Hotspots als zeitlich begrenzte heimische Alternative, wenn noch kein Festnetzanschluss zur Verfügung steht. Auch für vorübergehende Wohnsituationen beispielsweise im Urlaub oder auf Reisen kann ein LTE-Hotspot eine attraktive Möglichkeit sein, starke Datenübertragungen als DSL-Alternative zu ermöglichen. Auch hier ist dennoch das Datenvolumen üblicherweise nicht unbegrenzt.

Wie hoch ist das Datenvolumen von LTE-Datentarifen?

Ein großes Problem von LTE- im Gegensatz zu DSL-Verträgen ist das üblicherweise begrenzte Datenvolumen. Sie können mit LTE nicht unbegrenzt Daten herunterladen oder verschicken, sondern ab einer gewissen Grenze wird die Übertragungsrate auf ein Minimum reduziert. Ab diesem Punkt sind nur noch Tätigkeiten mit Übertragung geringster Datenmengen möglich, beispielsweise das Versenden von Kurznachrichten oder ein Online-Telefonat. Surfen im Internet oder das Versenden von Videos ist eher nicht mehr möglich.

Benötigtes Volumen abhängig von Nutzungsart

LTE oder DSL?
Bild: © Anatoly Tiplyashin – fotolia.com

Die Größe des erlaubten monatlichen Datenvolumens variiert dabei je nach Anbieter und ist auch abhängig vom Vertrag und dem entsprechenden Preis. Die Spanne schwankt von einem bis 200 GB pro Monat, aber die häufigsten Angebote sind im Bereich 10 bis 30 GB angesiedelt. Unbegrenzte LTE-Tarife sind üblicherweise nicht ohne weiteres zu haben und die angesprochenen häufigsten Datenvolumen sind bei normaler Nutzung schnell erreicht. Aufgrund der hohen Auflösung moderner Videoplattformen, Serien und vielen Bildinhalten in sozialen Medien und Webseiten, verbraucht sich diese Datenmenge auch beiläufig zügig und die Übertragungsrate wird automatisch gedrosselt. Ein Volumen von 100 bis 200 GB sollten Sie also im Falle einer heimischen DSL-Alternative auf jeden Fall in Betracht ziehen, müssen dann aber wiederum mit etwas höheren Kosten rechnen.

Sollten Sie exklusiv LTE zuhause ganz normal anstelle einen DSL-Anschluss benutzen wollen, um Serien zu streamen, Videos und große Datenpakete herunterzuladen, online Spiele zu spielen oder weitere datenübertragungsintensive Benutzungen, so müssen Sie eventuell einen speziellen LTE-Vertrag abschließen. Diese „Zuhause„-Optionen müssen häufig separat angefragt werden und sind aufgrund von enttäuschten Nutzern und wenig Akzeptanz üblicherweise nicht mehr in der offenen Vermarktung der Mobilfunkanbieter enthalten. LTE-Verträge mit den erwähnten Hotspots kommen allerdings wieder häufiger und werden aufgrund der mittlerweile starken Übertragungsraten vermehrt positiv aufgenommen.

Fazit – lohnt LTE als DSL-Alternative?

Eignet sich LTE als Alternative für die alltägliche Internetnutzung zuhause? Das kann nur im Einzelfall klar beantwortet werden.Es kann an Ihrem Wohnort durchaus möglich sein, dass nur sehr schwache DSL-Anschlüsse weit unterhalb von 10 Mbits pro Sekunde möglich sind. Diese DSL Geschwindigkeit ist eher langsam. Dennoch ist gleichzeitig eine starke LTE-Verfügbarkeit möglich. Dieses sollten Sie individuell mittels entsprechender Netzabdeckungskarten prüfen. Um die LTE-Geschwindigkeit praktisch zu prüfen, ist es auch nicht notwendig, direkt einen Vertrag abzuschließen. Mit Hilfe einer Prepaid-Karte ist es Ihnen möglich, mehrere Anbieter in Ihrer Region zu testen und anschließend zu entscheiden, welcher Anbieter Sinn macht oder ob LTE für Sie prinzipiell als DSL-Alternative in Frage kommt.

Sie sollten außerdem nicht vergessen, dass das Datenvolumen meist stark begrenzt ist. Sollten Sie also ein intensiverer Internetnutzer sein, benötigen Sie eventuell mehr Spielraum. In diesem Fall müssen Sie auf ein hohes verfügbares Datenvolumen von 100 bis 200 GB achten oder einen separaten Vertrag ohne Volumengrenze erfragen. Ansonsten kommen Sie an einer klassischen DSL-Lösung nicht vorbei.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass ein DSL-Anschluss nach wie vor seine Vorteile und damit seine Berechtigung hat.

Wenn ein guter DSL-Anschluss für das eigene Zuhause zur Verfügung steht, ist dieser zur heimischen Nutzung in der Regel einem LTE-Vertrag vorzuziehen.

Die Entwicklung und Netzabdeckung von LTE-Verbindungen schreitet aber stetig voran, sodass eine großflächige Ablösung von DSL-Anschlüssen in Zukunft nicht ausgeschlossen ist.