Breitband-Internet via DSL, VDSL, Glasfaser, LTE oder Kabel

VonBarbara
Breitband-Internet via DSL, VDSL, Glasfaser, LTE oder Kabel

Breitband-Internet hat Ende der Neunziger Jahre ein neues Internetzeitalter eingeläutet und das Surfen im Netz für private Nutzer mit bisher unbekannten Geschwindigkeiten revolutioniert.

Es gibt jedoch ernstzunehmende Konkurrenz für den herkömmlichen DSL-Anschluss: Neben weiterentwickelten Varianten von DSL und LTE-Funk steht auch mit dem Kabelnetz eine leistungsfähige Alternative zur Verfügung. 

Breitband-Internet wird über verschiedene Technologien bereitgestellt 

Bis etwa zum Beginn des neuen Jahrtausends ging es für Privatkunden ausschließlich per Schmalbandzugang ins Internet; zur Anwendung kamen lediglich analoge Anschlüsse, Nutzer mussten sich über ein Modem oder per ISDN einwählen. Heutzutage gelangt die überwiegende Mehrheit deutscher Haushalte über Breitbandanschlüsse ins Internet. Im Gegensatz zum Schmalband bietet das Breitband-Internet  eine wesentlich höhere Datenübertragungsrate. Das bedeutet, dass mit der Breitbandtechnik innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit eine größere Datenmenge übertragen wird als mit herkömmlichen Schmalbandzugängen. Daher ist das Surfen mit Breitband-Internet um ein Vielfaches schneller.

Hohe Internetgeschwindigkeiten werden heutzutage vor allem mit DSL realisiert. Je nach Wohnort stehen Ihnen allerdings alternative Technologien zur Verfügung: Neben VDSL, Glasfaser oder vereinzelt LTE sind auch Internetanschlüsse über Kabel eine interessante Option, die sich insbesondere in mit DSL unterversorgten Gebieten großer Beliebtheit erfreut. Vor allem in Ballungsgebieten und Städten können Kunden zwischen diversen Möglichkeiten wählen, in ländlichen Regionen dagegen ist die Auswahl beschränkter. Schlaubi erläutert nachfolgend die wesentlichen Merkmale sowie die entscheidenden Vorteile der verschiedenen Technologien.

Die wichtigsten Breitband-Verbindungen: Ein Überblick

Breitband über DSL

DSL gehört wohl zu den geläufigsten Begriffen im Zusammenhang mit Hochgeschwindigkeits-Internet; die Mehrheit deutscher Privathaushalte nutzt heutzutage einen DSL-Anschluss, um ins Internet zu gelangen.  Die Abkürzung DSL steht für "Digital Subscriber Line" und bedeutet "Digitaler Teilnehmeranschluss". Der Breitbandzugang wird über die herkömmliche Telefonleitung realisiert. 

In Deutschland kommen dabei im Privatbereich sogenannte ADSL-Anschlüsse zum Einsatz, mit denen derzeit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit/s erreicht werden können. Welche Geschwindigkeit tatsächlich erreicht werden kann, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab; wesentlichen Einfluss hierauf hat die Entfernung des Endabnehmers vom  nächsten Verteiler.

Je nach Provider gibt es mit dem DSL-Anschluss einen echten Festnetzanschluss, manche Anbieter bieten dagegen VoIP-Telefonie: Hier wird über die Internetleitung telefoniert.

VDSL

Eine weiterentwickelte Variante der DSL-Technologie steht mit VDSL, kurz für 'Very High Speed Digital Subscriber Line', zur Verfügung, mit der dank wesentlich höherer Tansferraten bedeutend schnellere Surfgeschwindigkeiten erreicht werden können.

Der wesentliche Unterschied zwischen einem VDSL- und einem herkömmlichen DSL-Anschluss liegt darin, dass Daten bei VDSL nicht ausschließlich über Kupferleitungen übertragen werden, wie das bei DSL der Fall ist: Bei VDSL-Anschlüssen fließen die Datenströme auf dem größten Streckenabschnitt über das weit leistungsfähigere Medium Glasfaser. Lediglich auf den letzten Metern der Leitung kommt die herkömmliche Telefonleitung in Form eines Kupferkabels zum Einsatz. Im Fachjargon wird bei VDSL nach Ausbaustufen unterschieden; am gängigsten ist dabei derzeit der Standard 'FTTC' (Fibre to the Curb) gesprochen, also Glasfaser bis zum Bordstein, in der Regel bis zum Verteilerkasten auf dem Bürgersteig. Noch schneller geht es mit der Ausbaustufe 'FTTB' (Fibre to the Building), bei der das Glasfaserkabel noch weiter, nämlich bis in den Keller des Hauses reicht. Mit einem VDSL-Anschluss können so Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erzielt werden. Erwähnenswert sind dabei auch wesentlich höhere Upload-Geschwindigkeiten als die, die mit herkömmlichem DSL erreicht werden können.

Reine Glasfaseranschlüsse

Bei der Ausbaustufe 'FTTH' (Fibre to the Home), zu deutsch Glasfaser bis in die Wohnung, reicht das Glasfaserkabel bis in die Wohnung des Endkunden, das herkömmliche Kupferkabel, das anfällig für Störungen und damit Geschwindigkeitseinbußen ist, entfällt gänzlich. Diese Variante ermöglicht Spitzengeschwindigkeiten im DSL-Bereich und wird dank enormer Kapazitäten als Lösung für die Zukunft gehandelt. Doch obwohl der Ausbau des Glasfasernetzes vorangetrieben wird, ist diese Option für Privatkunden derzeit nur sehr vereinzelt verfügbar, denn die Verlegung von Glasfaser bis in die Wohnung ist arbeits- und kostenintensiv.

Die wesentlichen Vorteile von DSL und VDSL im Überblick:

  • Zuverlässigkeit

DSL bzw. VDSL ist weniger von Leistungsabfall zu Stoßzeiten und Netzausfällen betroffen als das geteilte Medium Kabelnetz, bei dem immer mehrere Haushalte an einen Kabelstrang angeschlossen sind.

  • Freie Anbieterwahl

Im Gegensatz zu den Kabelprovidern, die nicht deutschlandweit liefern, sondern nur bestimmte Regionen versorgen, haben Sie bei DSL die Auswahl unter zahlreichen Anbietern.

  • Große Vielfalt an Anbietern bedeutet günstige Preise

Zahlreiche DSL-Anbieter konkurrieren bundesweit, im Gegensatz zu den Kabelprovidern, die nicht deutschlandweit liefern, sondern nur bestimmte Regionen versorgen. Der harte Konkurrenzkampf lässt die Kosten für DSL-Anschlüsse sinken.

  • Gute Verfügbarkeit bundesweit

Das Telefonnetz, auf dem DSL-Anschlüsse basieren, ist bundesweit hervorragend ausgebaut - nahezu jeder Haushalt hat einen Telefonanschluss; das Kabelnetz dagegen erreicht nicht ganz so viele Haushalte.

  • VDSL macht  Multimedia-Anwendungen möglich

Dank schnellem VDSL kann auch über den DSL-Anbieter Fernsehen empfangen werden, auch Streaming, Gaming und andere datenhungrige Anwendungen sind problemlos möglich.  

Breitband über Kabel

Die Anfänge des Kabelnetzes gehen zurück in die Achtziger Jahre. Die Deutsche Bundespost verfolgte den Ausbau des Netzes mit dem Ziel, flächendeckend Privathaushalte mit Kabelfernsehen zu versorgen. Heutzutage kommt dem Kabelnetz eine umfassendere Bedeutung zu: Nach DSL ist es das wichtigste Medium für den Zugang zum  Internet, auch Telefonie kann über das Kabelnetz abgewickelt werden. Seit Anfang des Jahrtausends ist das Kabelnetz privatisiert, je nach Wohnort gibt es bestimmte Anbieter, die einen Anschluss bereitstellen können. Hier liegt einer der wesentlichen Unterschiede zu den DSL-Anbietern: Die großen Anbieter Kabel Deutschland, Unitymedia und Tele Columbus teilen sich das Bundesgebiet untereinander auf, sie konkurrieren also nicht miteinander wie die großen DSL-Anbieter, sondern nur gegen kleinere, regionale Kabelanbieter.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt darin, dass mehr oder weniger jeder Haushalt über einen Telefonanschluss verfügt; das Kabelnetz ist zwar ebenfalls sehr gut ausgebaut und erreicht einen hohen Abdeckungsgrad, aber nicht jedes Haus verfügt auch tatsächlich über einen Anschluss, selbst wenn die Straße bzw. die Umgebung mit Kabel erschlossen ist.

Voraussetzung für den Zugang zum Internet über Kabel ist ein sogenannter Rückkanal, der die Zwei-Wege-Kommunikation ermöglicht: Mithilfe dieses Rückkanals können Daten nicht nur empfangen, sondern auch versendet werden. Hier mussten die Kabelnetzbetreiber nachrüsten, denn für die ursprünglich alleinige Versorgung mit TV war der Rückkanal nicht notwendig.

Die wichtigsten Vorteile von Breitband über Kabel

  • Schnelle Datenübertragungsraten

Über Kabel sind bedeutend höhere Übertragungsraten erreichbar als mit einem DSL-Anschluss: Bis zu 200 Mbit/s sind erreichbar, vereinzelt sind in Städten sogar bis zu 400 Mbit/s möglich.

  • Geschwindigkeit unabhängig von der Leitungslänge

Anders als bei DSL-Anschlüssen, wo mit zunehmendem Abstand der Verbrauchsstelle von der Vermittlungsstelle ein Leistungsabfall eintritt und die beworbene maximale Surfgeschwindigkeit tatsächlich nur selten erreicht wird, gibt es beim Kabelinternet keinen Geschwindigkeitsverlust aufgrund von längeren Leitungsstrecken. Das Signal ist stabil, die beworbenen Geschwindigkeiten werden in der Regel erreicht.

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Kabelprovider bieten häufig bedeutend günstigere Tarife als die Konkurrenz aus dem DSL-Bereich; vor allem mit den Triple Play-Tarifen, Bündel aus Internet, Telefonie und TV, stehen preislich sehr attraktive Pakete zur Auswahl.

  • Hervorragende Eignung für Multimedia-Anwendungen

Dank hoher Bandbreiten ist das Kabelinternet hervorragend geeignet für datenhungrige Anwendungen wie Internetfernsehen, Fernsehen in HD-Qualität, Online-Gaming, etc.

Breitband per LTE

Bei  LTE, häufig auch als 4G-Mobilfunkstandard bezeichnet, handelt es sich um eine Funktechnologie, die im Gegensatz zu UMTS weit höhere Datenübertragungsraten ermöglicht. LTE steht für Long Term Evolution, zu Deutsch 'Langzeit-Evolution' und ist in unterschiedlichen Frequenzbereichen einsetzbar. Die Frequenzen um 800 MHz eignen sich insbesondere für eine flächendeckende drahtlose Breitbandversorgung auf dem Land, wo die Versorgung mit DSL lückenhaft ist. Damit können selbst Haushalte in ländlichen Regionen mit Internetgeschwindigkeiten bedient werden, die den heutigen Anforderungen entsprechen. Mit dem LTE-Standard sind in Deutschland in den ersten Ausbaustufen inzwischen Surfgeschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s, mit dem verbesserten LTE-Advanced Standard teilweise sogar bis zu 300 Mbit/s erreichbar. Die Frequenzbereiche 1,8GHz, 2GHz und 2,6GHz sind insbesondere für die Versorgung von Städten mit Breitband-Internet geeignet. Obwohl die Versorgung mit LTE leider noch nicht ganz flächendeckend gewährleistet ist, sind vor allem ländliche Regionen und viele Großstädte weitestgehend versorgt. Derzeit haben allerdings nur die Telekom und Vodafone LTE-Pakete für den heimischen Internetanschluss im Programm. Erwähnenswert sind dabei die sogenannten Hybrid-Tarife der Telekom, bei denen bei Bedarf ein zu langsamer DSL-Anschluss mit LTE verstärkt wird.

Die wichtigsten Vorteile von Breitband über LTE

  • Gute Verfügbarkeit

Das gesamte Netz deckt bereits ca. 75% der Fläche im Bundesgebiet ab, eine komplett flächendeckende Versorgung soll bereits in den nächsten Jahren erreicht werden. Dabei sind nicht nur Städte, sondern auch ländliche Regionen gut erschlossen.

  • Geschwindigkeiten im Highspeed-Bereich

LTE bietet sehr schnelle Übertragungsraten, die sich im Highspeed-Bereich bewegen: Mit dem 4G-Standard sind in Deutschland bereits Surfgeschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s, mit dem verbesserten LTE-Advanced Standard teilweise sogar bis zu 300 Mbit/s erreichbar.

Welcher Breitband-Anschluss ist der richtige für Sie?

Welche Variante des Breitbandzuganges für Sie letztendlich die beste Option ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst einmal ist Ihr Wohnort und die vorhandene Infrastruktur entscheidend - selbst wenn die Umgebung bereits mit Kabel erschlossen ist, gibt es vielleicht noch keinen Anschluss in Ihrer Wohnung. Auch die Qualität der Versorgung mit DSL in Ihrer Region spielt eine Rolle. Trotz insgesamt sehr guter Versorgung im ganzen Bundesgebiet kann diese durchaus lückenhaft sein, falls Sie abseits der Städte und Ballungsräume leben. Kommen an Ihrem Wohnort weder Kabel noch DSL infrage, steht Ihnen mit LTE eine leistungsfähige Alternative zur Verfügung; allerdings muss bemerkt werden, dass LTE als Funktechnologie störungsanfällig ist und dass LTE-Tarife grundsätzlich mit einem Datenvolumen belegt sind und damit einer Drosselung unterliegen; auch die Kosten liegen über denen für einen Kabelinternet- oder DSL-Anschluss.

Grundsätzlich lohnt es sich, vor Abschluss eines Vertrages beim jeweiligen Anbieter die Verfügbarkeit an Ihrem Wohnort zu prüfen. Denn obwohl der DSL-Ausbau konsequent vorangetrieben wird, gibt es nach wie vor weiße Flecken in der Versorgung, insbesondere auf dem Land.

Darüber hinaus ist Ihr individuelles Nutzungsverhalten ausschlaggebend, auch die Anzahl der Personen, die sich einen Anschluss teilen, ist ein Faktor; die Kosten eines Anschlusses haben natürlich in vielen Fällen ebenso einen Einfluss auf die Entscheidung. Gehören Sie zur Gruppe der Wenigsurfer oder spielen multimediale Anwendungen nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle für Sie, dann sind Sie mit einem DSL-Anschluss gut beraten. Gehören Sie jedoch zur Gruppe der Vielsurfer, die das Internet intensiv nutzen, oder teilen sich mehrere Nutzer einen Anschluss, wie etwa in WGs, ist die Kabel-Variante dank schneller Zugänge zu günstigen Preisen eine durchaus interessante Option. Bei Verfügbarkeit an Ihrem Wohnort sollten Sie in diesem Fall auch einen schnellen VDSL-Anschluss in Erwägung ziehen. Die Kosten für VDSL sind heutzutage nur noch unwesentlich höher als die für einen herkömmlichen DSL-Anschluss.

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