Was ist DSL?

VonBarbara
Was ist DSL?

SDSL, ADSL, VDSL – mittlerweile gibt es eine Vielzahl von DSL-Technologien. Einer der größten Unterschiede ist die jeweils erhältliche Geschwindigkeit. Doch was genau ist DSL eigentlich?

Was ist DSL und wie funktioniert es?

Bei einem klassischen DSL-Anschluss kommt das Internet über die Telefonleitung ins Haus. DSL steht für 'Digital Subscriber Line', oder auf Deutsch 'Digitale Teilnehmerleitung'. Das Netz aus Digital Subscriber Lines besteht in der Regel aus kupfernen Doppeladern, also Leitungen, die aus zwei Drähten bestehen. Ursprünglich waren die Teilnehmerleitungen nur für die analoge Sprachübermittlung gedacht. Der herkömmliche Telefonverkehr über eine analoge oder eine ISDN-Leitung belegt im Kupferkabel eine Frequenz von vier Kilohertz, das entspricht etwa viertausend Schwingungen pro Sekunde. Mit einem Megahertz liegt die technische Leistungsfähigkeit einer Kupferleitung jedoch über dem 250-Fachen der analogen Übertragung - es gibt also reichlich ungenutzte Kapazität.

Die Differenz zwischen den beiden Frequenzen bezeichnet man als Bandbreite. Diese wird bei DSL-Technologie in unterschiedliche Kanäle aufgesplittert, in einen Kanal für die Sprachübertragung und in einen zweiten für Datenpakete. Durch die Nutzung der höheren Frequenzbereiche werden mit der heutigen Technologie Übertragungsraten von bis zu 25 Mbit/s im Download für DSL und bis zu 100 Mbit/s für VDSL erreicht. In der Praxis fallen die Transferraten allerdings meist niedriger aus, weil eventuelle Störungen in den Kabelsträngen die Übertragung der Daten verlangsamen. Für die DSL-Übertragung sind neben einer Kupferleitung zwei Modems notwendig, eines in der Vermittlungsstelle des Internetanbieters und ein weiteres beim Kunden. Greifen mehrere Endgeräte über das gleiche Modem auf das Internet zu, kommt noch ein drittes Gerät hinzu, ein sogenannter Router. Dieser stellt über das Modem die Verbindung zum Provider her und trägt dafür Sorge, dass die von einzelnen Computern versendeten bzw. angeforderten Daten auf die richtige "Route", anders ausgedrückt in den richtigen Kanal, gelangen.

Die verschiedenen DSL-Varianten

Die ersten DSL-Varianten wurden Ende der Achtziger Jahre in den USA entwickelt; nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten:

HDSL

Die erste DSL-Technologie war HDSL. Die Abkürzung bedeutet so viel wie eine Teilnehmerleitung mit hoher Datenübertragung. Diese DSL Art wurde für den Einsatz als reiner Datendienst konzipiert, eine Integration der Sprachübertragung war ursprünglich nicht vorgesehen.

SDSL

Eine Weiterentwicklung von HDSL ist die symmetrische Teilnehmerleitung, d.h. Daten werden in beide Richtungen mit der gleichen Geschwindigkeit übertragen. Up- und Downloadraten sind folglich gleich schnell. SDSL basiert auf einer einzigen Doppelader und ermöglicht auch analoge Telefonie. Diese Technologie wird in erster Linie von Geschäftskunden genutzt und zur Anbindung von Netzkomponenten der Anbieter verwendet.

G.SHDSL

Die Weiterentwicklung von SDSL ist G.SHDSL, was für 'Global Standard for Single-Pair Highspeed DSL' steht. G.SHDSL ist also ein globales Richtmaß von HDSL, dessen Vorteil in einer bis zu 30 Prozent höheren Reichweite zwischen Vermittlungsstelle und Nutzer besteht. G.SHDSL kommt daher im Zuge von Weitverkehrsnetzen zum Einsatz. Wie der Name bereits vermuten lässt, erstreckt sich ein Weitverkehrsnetz über einen großen geografischen Bereich.

ADSL

ADSL steht für 'Asymmetric DSL', zu Deutsch 'Asymmetrischer Teilnehmeranschluss', und wurde ursprünglich für die Sparte Video on Demand entwickelt. Im Bereich der privaten Internetnutzung kommt heutzutage in aller Regel eine ADSL-Verbindung zum Einsatz. Bei ADSL sind die Geschwindigkeiten für Downloads und Uploads im Vergleich zu Symmetrischen Teilnehmeranschluss unterschiedlich, daher der Begriff 'asymmetrisch': Die Transferraten im Download sind wesentlich schneller als die im Upstream. Was gemeinhin unter der Bezeichnung DSL vermarktet wird, ist in den meisten Fällen eine gängige ADSL-Verbindung.

ADSL2

Bei ADSL2 handelt es sich um eine Erweiterung von ADSL. Entwickelt wurde sie, um einige 'Kinderkrankheiten' von ADSL auszumerzen, zu denen zum Beispiel ein hoher Energieverbrauch sowie auftretende Störungen beim Surfen im Internet zählen.

ADSL2+

Eine nochmalige Verbesserung bringt ADSL2+, das Störungen um ein Vielfaches besser ausgleicht und darüber hinaus höhere Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung ermöglicht.

VDSL

Mit VDSL steht eine leistungsfähigere Variante der DSL-Technologie zur Verfügung, mit der wesentlich schnellere Surfgeschwindigkeiten erreicht werden können. VDSL steht für 'Very High Speed Data Rate Subscriber Line' und ermöglicht Transferraten, die um ein Vielfaches höher sind. Der wesentliche Unterschied zwischen einem VDSL- und einem herkömmlichen DSL-Anschluss liegt darin, dass Daten bei VDSL nicht ausschließlich über Kupferleitungen übertragen werden, wie das bei DSL der Fall ist: VDSL nutzt ein sogenanntes Hybrid-Netz aus Glasfaser- und Kupferleitungen Bei VDSL-Anschlüssen fließen die Datenströme auf dem größten Streckenabschnitt über das weit leistungsfähigere Medium Glasfaser. Lediglich auf den letzten Metern der Leitung kommt die herkömmliche Telefonleitung in Form eines Kupferkabels zum Einsatz.

DSL Light

Wenn aufgrund der technischen Gegebenheiten kein DSL-Anschluss möglich ist, kann mittels manueller Leitungsprüfung getestet werden, ob die Einrichtung von DSL Light machbar ist.

Bei DSL Light handelt es sich um einen Internet-Tarif mit bis zu 384 kbit/s, der nur auf Nachfrage und mit einer manuellen Verfügbarkeitsprüfung angeboten wird. DSL Light ist all jenen vorbehalten, an deren Wohnort kein echtes DSL mit einer Internetgeschwindigkeit von mindestens 1 Mbit/s erhältlich ist. Sie surfen hiermit deutlich langsamer als mit einem normalem DSL, erhalten aber dennoch einen DSL-Anschluss und in Verbindung mit diesem auch eine Flatrate. Allerdings verspricht auch DSL 384 keine hundertprozentige Netzabdeckung. Nicht nur aufgrund dessen, sondern vor allem im Hinblick auf die geringe Internetgeschwindigkeit ist DSL Light keine wirkliche Alternative zu vollwertigen DSL-Anschlüssen. Ist kein DSL Anbieter vorhanden, empfiehlt sich vielmehr ein Internetzugang via Kabel oder WLAN DSL. Alternativ gibt es bei der Telekom die Möglichkeit, mit einem Hybrid-Trif schwaches DSL bei Bedarf mit LTE zu verstärken. 

Welche DSL-Anbieter gibt es in Deutschland?

Die Versorgung mit DSL in Deutschland ist heutzutage insgesamt sehr gut; die meisten Deutschen gelangen über einen DSL-Anschluss ins Internet. Neben überregionalen Branchen-Schwergewichten wie der Deutschen Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 sind auch kleinere, regional operierende Anbieter auf dem DSL-Markt vertreten, darunter M-Net oder  Netcologne. Die Telekom hat dabei nach wie vor das größte Netz, mit einer Ausbaurate von nahezu 100%.  Bei allen Providern finden sich umfassende Tarif-Portfolios mit verschiedenen DSL Doppel-Flat oder Triple Play Tarifen zu günstigen Preisen und mit Highspeed Internetgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s.

DSL-Verfügbarkeit in Deutschland

Die Grundvoraussetzung für einen DSL-Anschluss ist das Vorhandensein einer analogen oder einer ISDN-Telefonleitung - damit ist DSL rein theoretisch für so gut wie alle deutschen Haushalte verfügbar. Die Realität sieht jedoch leider weniger rosig aus, denn obwohl Breitbandinternet damit nahezu flächendeckend verfügbar ist, hängen die verfügbaren Geschwindigkeiten stark vom Wohnort ab. In Städten und Ballungsräumen ist zwar ein hoher Abdeckungsgrad gewährleistet, in ländlichen Regionen dagegen ist der Ausbaustandard weiterhin lückenhaft; es gibt nach wie vor sogenannte 'weiße Flecken', also unterversorgte Gebiete, im Breitbandatlas. Für die unzureichende Versorgung mit DSL abseits der Ballungsgebiete gibt es im Wesentlichen drei Gründe:

• Die Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle spielt im Zusammenhang mit der DSL-Verfügbarkeit eine entscheidende Rolle. Je größer diese ausfällt, desto schwächer wird das Signal, das zur Datenübertragung notwendig ist. Ist die Entfernung zu groß, wird die Einrichtung eines DSL-Anschlusses unmöglich. Im Normalfall kann DSL lediglich bis zu einer Entfernung von etwa vier Kilometern zur nächsten Vermittlungsstation angeboten werden.

• Ein weiterer Grund liegt in den Glasfasernetzen, die in den Neunziger Jahren verlegt wurden. Statt der für DSL notwendigen Kupferkabel wurden damals in einigen Regionen Glasfaserleitungen verlegt. Nach derzeitigem Stand der Technik können diese Glasfaserleitungen allerdings nur durch einen hohen Mehraufwand  DSL-tauglich gemacht werden.

• Der dritte Grund für die lückenhafte Versorgung mit DSL liegt in der Wirtschaftlichkeit. Für die Nutzung von DSL ist der Ausbau eines Kabelverzweigers notwendig. Ein solcher Verteilerkasten dient der Kabelverteilung innerhalb eines Fernsprech-Ortsnetzes. Der Ausbau eines solchen ist jedoch mit hohen Kosten verbunden - das ist für Betreiber in manchen Regionen einfach nicht profitabel.

Einige DSL-Anbieter, darunter z.B. 1&1, nutzen nicht nur das Netz der Telekom,  sondern auch die Infrastruktur anderer Dienstleister. Damit kann in Regionen, in denen kein DSL von der Telekom verfügbar ist, unter Umständen ein Anschluss eines anderen Providers geschaltet werden. Ob DSL in Ihrer Gegend verfügbar ist, welcher Anbieter einen Anschluss schalten kann und welche DSL-Alternativen Ihnen ggfs. zur Verfügung stehen, erfahren Sie mit unserem Verfügbarkeitscheck. 

Fazit

DSL ist und bleibt die meistgenutzte Art des privaten Internetanschlusses in Deutschland. Kunden haben die Wahl aus einem umfangreichen Tarifangebot verschiedener Anbieter, und mit der neuesten Ausbaustufe VDSL sind Spitzengeschwindigkeiten machbar, wobei VDSL bis dato nur einem vergleichsweise kleinen Kundenkreis in Städten und Ballungsgebieten zur Verfügung steht.

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