VDSL: Mit Vollgas durchs Netz

VonBarbara
VDSL: Mit Vollgas durchs Netz

Wer viel surft oder in HD-Qualität fernsehen möchte und damit einen schnellen Internet-Anschluss mit viel Bandbreite benötigt, für den ist ein hochleistungsfähiger VDSL-Anschluss eine gute Option.

Worin unterscheidet sich VDSL von DSL und Glasfaser?

Die Mehrheit deutscher Haushalte nutzt einen DSL-Anschluss, um ins Internet zu gelangen. Neben dem klassischen DSL steht jedoch mit VDSL eine leistungsfähigere Variante der DSL-Technologie zur Verfügung, mit der wesentlich schnellere Surfgeschwindigkeiten erreicht werden können. VDSL steht für 'Very High Speed Data Rate Subscriber Line' und ermöglicht Transferraten, die um ein Vielfaches höher sind als bei DSL. Der wesentliche Unterschied zwischen einem VDSL- und einem herkömmlichen DSL-Anschluss liegt darin, dass Daten bei VDSL nicht ausschließlich über Kupferleitungen übertragen werden, wie das bei DSL der Fall ist: Bei VDSL-Anschlüssen fließen die Datenströme auf dem größten Streckenabschnitt über das weit leistungsfähigere Medium Glasfaser. Lediglich auf den letzten Metern der Leitung kommt die herkömmliche Telefonleitung in Form eines Kupferkabels zum Einsatz.

In der Fachsprache wird bei VDSL zwischen zwei Ausbaustufen unterschieden, die definieren, wie weit das Glasfaserkabel bis zum Endkunden verlegt ist: 'Fibre to the Curb' (FTTC), zu Deutsch so viel wie 'Glasfaser bis zum Bordstein', oder 'Fibre to the Building' (FTTB), was so viel wie 'Glasfaser bis ins Gebäude' bedeutet. Bei FTTC reicht das Glasfaserkabel bis zum Kabelverzweiger auf dem Bürgersteig, von dort geht es bis zum Anschluss des Endkunden per Kupferkabel weiter. Bei FTTB dagegen wird das Glasfaserkabel noch weiter gezogen, nämlich bis ins Gebäude, meist in den Keller; lediglich für die letzten Meter von der Verteilerstelle innerhalb des Gebäudes bis zum Anschluss in der Wohnung wird ein konventionelles Kupferkabel genutzt. Welche der beiden Varianten zum Einsatz kommt, FTTC oder FTTB, hat entscheidenden Einfluss auf die tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit: Je kürzer das Kupferkabel, das zwischen Verteiler und Endverbrauchsstelle zum Einsatz kommt, desto geringer die Qualitäts- und Geschwindigkeitseinbußen und damit desto höher die Geschwindigkeit, die erzielt werden kann.

Dem gegenüber stehen reine Glasfaser-Anschlüsse, bei denen auf der gesamten Strecke bis zum Anschluss in der Wohnung Glasfaserleitungen zum Einsatz kommen, das Kupferkabel entfällt hier gänzlich. In der Fachsprache wird diese Variante als 'Fibre to the Home' (FTTH) bezeichnet. Mit reinen Glasfaser-Anschlüssen werden die schnellsten Geschwindigkeiten erzielt, in Deutschland sind diese derzeit allerdings im privaten Bereich nur begrenzt verfügbar. Einem schnellen und flächendeckenden Ausbau stehen neben hohem Aufwand vor allem wirtschaftliche Aspekte im Weg, denn insbesondere die Verlegung von Glasfaser vom Verteilerkasten ins Gebäude ist mit hohen Kosten verbunden.

Was ist VDSL1?

Mit VDSL1 werden Geschwindigkeiten von 52 Mbit/s im Download erreicht, während der Upload auf 11 Mbit/s begrenzt ist. Dabei gilt: Je länger die Übertragungsstrecke, desto geringer ist die Leistung des Anschlusses. Beträgt die Entfernung von der Vermittlungsstelle mehr als 900 Meter, so verringern sich die Übertragungsraten signifikant. Aus diesem Grund eignet sich VDSL1 ausschließlich für die Nutzung in städtischen Regionen. Aufgrund der geringen Reichweite hat sich VDSL1 auf dem deutschen Markt bislang jedoch nicht durchsetzen können.

Was ist VDSL2?

Mit VDSL2 können Datenübertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s erreicht werden. Im Gegensatz zu VDSL1 sind die schnellen Tranferraten dabei nicht nur im Download, sondern auch im Upload möglich. VDSL2 bietet darüber hinaus einen weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber VDSL1: Es erlaubt eine bevorzugte Behandlung einzelner Datenpakete und ist damit besonders für Triple Play-Dienste geeignet. In der Praxis bedeutet das, dass für IPTV oder auch Telefonie über Internet (VoIP) genügend Bandbreite vorhanden ist, sodass eine störungsfreie Nutzung dieser Dienste selbst zu Zeiten starker Auslastung gewährleistet ist. 

Was ist Vectoring?

Im Zusammenhang mit VDSL ist immer wieder von Vectoring die Rede. Vectoring-Technologie kommt seit 2014 bei VDSL-Anschlüssen zum Einsatz und soll dazu dienen, ein noch höheres Datentempo als bei VDSL zu erreichen, ohne dass das verbleibende Stück Kupferleitung durch Glasfaser ersetzt werden muss. Kupferkabel sind anfällig für elektromagnetische Störungen und damit eine Schwachstelle bei der Versorgung mit schnellem Internet. Vectoring-Technologie soll diese Störungen, die die Datenübertragung verlangsamen, beheben, um einen Leistungsabfall auf dem letzten Streckenabschnitt zu verhindern und trotz Kupferkabel Download-Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s zu erreichen. Vectoring-Technologie kann also vereinfacht gesagt als 'Booster', als Leistungsverbesserer, bezeichnet werden. 

Für wen lohnt sich ein VDSL-Anschluss?

Ursprünglich kam VDSL insbesondere im geschäftlichen Bereich zum Einsatz, um große Datenmengen transferieren und qualitativ hochwertige Videokonferenzen durchführen zu können. Im Zuge eines immer größeren Datenaufkommens und einer wachsenden multimedialen Nutzung hat sich VDSL jedoch auch im privaten Bereich etabliert. Mit VDSL werden selbst große Datenmengen blitzschnell übertragen; damit ist eine hohe Qualität bei Up- und Downloads garantiert, was sich ganz besonders bei Online-Spielen, Fernsehen über das Internet und der Nutzung von Streaming-Diensten bemerkbar macht.

Kosten für VDSL nur noch wenig höher als für DSL

Die Kosten für VDSL sind heutzutage nur noch unwesentlich höher als die monatlichen Gebühren für einen klassischen DSL-Anschluss: Im Schnitt fallen für VDSL-Speed nur fünf Euro mehr im Monat an. Ob sich ein schneller VDSL-Anschluss für Sie lohnt, hängt also in erster Linie von Ihrem Nutzerverhalten ab. 

Gute Lösung für Vielsurfer, Familien und WGs

Ein VDSL-Anschluss eignet sich hervorragend für Haushalte, wo sich mehrere Nutzer einen Anschluss teilen und damit möglichst viel Bandbreite benötigen, wie z.B. Familien oder WGs. Selbst wenn die einzelnen Teilnehmer nur Durchschnittssurfer sind, kann es bei gleichzeitiger Nutzung doch schnell zu Engpässen kommen. Auch Vielsurfer, die das Internet intensiv nutzen, sind mit einem VDSL-Anschluss gut beraten. Wenn Sie viele multimediale Anwendungen nutzen, die sehr datenhungrig sind, dann macht sich ein VDSL-Anschluss in der Regel bezahlt. Nutzer, die auf gute Upload-Raten angewiesen sind, wie etwa Filesharing-Andwender oder Nutzer von Cloud-Computing, finden bei einem VDSL-Anschluss deutlich bessere Leistungen als bei einem herkömmlichen DSL-Anschluss: Bis zu 40 Mbit/s können mit VDSL im Upload erzielt werden, beim DSL-Anschluss sind es in der Regel nur bis zu 10 Mbit/s.

Fernsehen über VDSL: Das neue TV-Zeitalter

Ganz besonders interessant ist ein VDSL-Anschluss im Zusammenhang mit dem Bezug von  Fernsehen über die Internet-Leitung, also bei Fernsehen über IPTV. Mit den preislich sehr attraktiven Triple Play-Paketen der DSL-Anbieter erhalten Sie neben einer günstigen Flatrate für Internet und Telefonie auch ein umfangreiches TV-Paket. Dank schnellem VDSL wird die Übertragung von Programmen in HD-Qualität ermöglicht, ebenso wie die Nutzung von Video on Demand-Diensten, die im Rahmen eines Triple Play angeboten werden: Mit den Online-Videotheken können Sie jederzeit die neuesten Blockbuster und Serienhits in HD, vereinzelt sogar in 3D, bequem abrufen. Insbesondere in Regionen, wo kein digitaler Kabelanschluss verfügbar ist, sind VDSL-Anschlüsse daher eine interessante Alternative.

Wo ist VDSL verfügbar?

Die VDSL-Verfügbarkeit ist abhängig vom Ausbau der Glasfasernetze. Seit dem Frühjahr 2006 wird ein VDSL2-basiertes Verteilernetz konstant ausgebaut, Vorreiter war dabei die Telekom. Derzeit ist VDSL in über 50 Städten Deutschlands verfügbar, außerhalb der Städte und Ballungsräume können die schnellen VDSL-Anschlüsse in über 700 Ortsnetzen gebucht werden. Andere Anbieter nutzen teilweise das Telekom-Netz, teilweise investieren sie aber auch in eigene Netze. Neben der Telekom hat vor allem Vodafone ein VDSL-Netz ausgebaut. Darüber hinaus gibt es auch eine Reihe von kleineren, regionalen Anbietern, die VDSL anbieten, darunter Netcologne oder M-Net. Es kann also durchaus vorkommen, dass ein anderer Provider einen VDSL-Anschluss schalten kann, wenn ein Telekom-Angebot nicht verfügbar ist. 

Ein guter Ausgangspunkt für die Verfügbarkeit von VDSL in Ihrer Region ist der Breitbandatlas des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, können Sie unter Eingabe Ihrer Adresse oder Festnetznummer die Verfügbarkeit auf den Webseiten der einzelnen Anbieter prüfen, da diese immer auf dem neuesten Stand sind. Dennoch sollte das Ergebnis nur als Anhaltspunkt gesehen werden; welche Geschwindigkeit an Ihrem Wohnort tatsächlich erreicht werden kann, ermittelt der jeweilige Provider konkret nach Auftragserteilung. 

Mit zunehmendem Ausbau finden sich auch mehr und mehr Angebote für VDSL 100 mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s in den Tarifangeboten der Provider. Ermöglicht wird diese Geschwindigkeit durch die Anwendung von Vectoring-Technologie, die seit 2014 eingesetzt wird. Der Vorteil von VDSL 100 liegt nicht nur in den schnellen Downloadraten, sondern vor allem in den Upload-Geschwindigkeiten, die mit bis zu 40 Mbit/s deutlich höher sind als bei VDSL 50 und damit insbesondere für Nutzergruppen wie z.B. Gamer, Filesharing-Anwender und professionelle Nutzer eine erhebliche Verbesserung in der praktischen Anwendung bedeuten.

Top VDSL Angebote

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Wer bietet VDSL an?

Die wichtigsten Anbieter, die VDSL-Anschlüsse anbieten, im Überblick; konkrete Angaben zur Verfügbarkeit an Ihrem Wohnort erhalten Sie beim jeweiligen Provider.

Telekom

Das Branchen-Schwergewicht Telekom investiert als Vorreiter seit 2006 massiv in den Ausbau eines VDSL-Netzes und kann damit bundesweit die größte Verfügbarkeit von VDSL vorweisen. Bis Ende 2016 sollen ca. zwei Drittel aller Haushalte mit einem VDSL-Anschluss der Telekom versorgt werden können. Dabei setzt der ehemalige Monopol-Inhaber seit 2014 gezielt auf Vectoring-Technologie, mit der in einzelnen Gebieten Download-Raten von bis zu 100 Mbit/s erzielt werden können. VDSL 50 mit bis zu 50 Mbit/s im Download erhalten Sie bei der Telekom mit dem 'MagentaZuhause M'-Paket. Wenn Sie sich für die Zusatzoption 'Entertain' entscheiden, erweitern Sie die Internet- und Telefonflat um ein TV-Paket zu einem Triple Play mit einer umfassenden Senderauswahl und Extras wie z.B. einer Online-Videothek für volles Fernsehvergnügen. Der Tarif 'MagentaZuhause L' bietet die gleichen Konditionen, allerdings gibt es hier dank Vectoring-Technologie turboschnelles VDSL 100 mit bis zu 100 Mbit/s im Download.

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Vodafone

Auch Vodafone investiert in ein eigenes VDSL-Netz und kann in einer wachsenden Zahl von Städten VDSL 50 bereitstellen, VDSL 100 ist in vereinzelten Regionen verfügbar. VDSL 50 mit bis zu 50 Mbit/s im Download erhalten Sie bei Vodafone mit der Doppel-Flat 'Internet & Phone DSL 50'; auch hier kann die Doppel-Flat zu einem Triple Play erweitert werden. Mit dem Tarif 'Internet, Phone & TV DSL 50' erhalten Sie zusätzlich zur Internet- und Telefoniepauschale ein umfangreiches TV-Paket mit großer Senderauswahl und Zugang zur gut bestückten Online-Videothek. Turboschnelles VDSL 100 gibt es entsprechend mit den Tarifen 'Internet & Phone DSL 100' bzw. 'Internet, Phone & TV DSL 100', die inbegriffenen Leistungen sind, bis auf die zur Verfügung gestellte Bandbreite, gleich.

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1und1

Das VDSL-Angebot von 1und1 wird von der Telekom bereitgestellt. Mit dem Tarif 'DSL 50' erhalten Sie eine günstige Doppel-Flat für Telefonie und Internet, die bei Bedarf auch zu einem Triple Play-Paket erweitert werden kann. Auch hier stehen neben einer hauseigenen Videothek und diversen Pay-TV Optionen über 100 TV-Sender zur Verfügung, viele davon in HD-Qualität. Ein entsprechendes Angebot gibt es in bestimmten Regionen auch mit VDSL 100, das durch Vectoring-Technologie ermöglicht wird.

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O2

Auch O2 bietet mit dem Tarif 'DSL All-In L' einen günstigen Tarif, der neben Internet-Flat mit einer Allnet-Flat für Telefonie in alle deutschen Netze ausgestattet ist. Gesurft wird mit einer VDSL-Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit/s, VDSL 100 ist bei O2 zumindest derzeit nicht verfügbar, ebenso wie Fernsehen über die Internetleitung (IPTV).  

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Themen: Glasfaser

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