10 Tipps, wie Sie Drosselung vermeiden

VonBarbara
10 Tipps, wie Sie Drosselung vermeiden

DSL Tarife mit Drosselung sind oft bedeutend günstiger als Tarife ohne Datenlimit und damit nach wie vor beliebt. Doch sobald das vereinbarte Datenvolumen aufgebraucht ist, wird die Übertragungsrate drastisch reduziert, und es geht nur noch im Schneckentempo durch Netz – das unerwünschte Ausbremsen kann dann nur durch den Kauf von teurem Highspeed-Zusatzvolumen verhindert werden.

Das Thema Drosselung bei DSL-Tarifen sorgt immer wieder für Schlagzeilen, auch wenn der Trend insgesamt zu echten Internet-Flatrates ohne Datenlimit geht. Bei verschiedenen Anbietern gibt es  nach wie vor Datenlimits und damit Drosselung; häufig sind diese Tarife bedeutend günstiger als ungedrosselte Anschlüsse und damit für viele Kunden nach wie vor sehr attraktiv - wer nur ein begrenztes Budget zur Verfügung hat, kann mit einem Volumentarif jede Menge Geld sparen. Sobald Sie allerdings Ihr Inklusiv-Datenvolumen verbraucht haben und die Drosselung greift,  gibt es die ursprünglich gebuchte Geschwindigkeit für den Rest des Abrechnungszeitraums meist nur in Form von kostenpflichtigen Speedpaketen  - und das kann teuer werden. Eine weitere, oft versteckte Drossel-Falle lauert in Form der sogenannten Fair-Use-Regelungen, die bei manchen Verträgen im Kleingedruckten enthalten sind: In diesem Fall behält sich der Provider vor, die Geschwindigkeit zu reduzieren, wenn der Kunde innerhalb eines Tages ein bestimmtes Datenvolumen überschreitet.

Welche Anbieter drosseln?

o2 drosselt grundsätzlich bei allen Tarifen, wenn der Kunde drei Monate in Folge das Inklusivvolumen überschreitet, das je nach gebuchtem Tarif  300 GB bzw. 500 GB liegt. Kommt es dann im vierten oder weiteren Monaten erneut zur Überschreitung des Limits, wird gedrosselt. Außerdem hat o2 einen Volumentarif im Programm, bei dem diese Drei-Monats-Regelung nicht gilt; hier wird grundsätzlich nach Verbrauch des Inklusivvolumens von 100 GB gedrosselt.

Bei 1&1 gibt es grundsätzlich ungedrosselte DSL-Tarife, mit Ausnahme eines speziellen Volumentarifes, der auf Wenigsurfer ausgerichtet ist und auch deutlich als Tarif mit einem begrenztem Datenvolumen von 100 GB beworben wird.

Vodafone hat kürzlich alle Volumentarife abgeschafft; auch Bestandskunden, die einen Tarif mit begrenztem Datenvolumen gebucht hatten, surfen jetzt ohne Limit. Allerdings findet sich bei Vodafone Kabel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach wie vor eine Klausel, die es dem Unternehmen erlaubt, die Surgeschwindigkeit unter bestimmten Voraussetzungen zu drosseln: Wenn das Gesamtdatenvolumen an einem Tag 10 GB überschreitet, behält Vodafone sich für den Rest des Tages eine Reduzierung der Übertragungsgeschwindigkeit für Filesharing-Anwendungen vor.

Wie Sie sich unter Beachtung einiger nützlicher Tipps vor dem unerwünschten Ausbremsen beim Surfen im Netz schützen können, wenn Ihr Provider Drosselung vorsieht, erklären wir Ihnen nachfolgend.  

Tarife mit 100 GB Inklusiv-Volumen - reicht das?

Einige Provider bieten Tarife mit Volumenbegrenzung. Das minimale Inklusiv-Volumen, das derzeit bei  diesen Tarifen angeboten wird, liegt bei 100 GB pro Monat - doch reicht das für den Durchschnittsnutzer, oder eignet sich ein solcher Tarif wirklich nur für Wenigsurfer mit Minimalbedarf?

Wenn Sie gelegentlich E-Mails lesen und im Web surfen, reichen 100 GB vollkommen aus. Nutzen Sie dagegen vermehrt datenhungrige Anwendungen wie HD-Streaming, Online Gaming oder Skype-Videotelefonie, dann kann es sehr schnell eng werden: Für eine Stunde Streamen von HD-Videos verbrauchen Sie z.B. ca. 2000 MB; das Herunterladen eines Films in HD schlägt mit satten 4000 MB zu Buche. Kommen dazu noch Foto-Downloads oder Musikstreaming, dann ist die Grenze schnell erreicht. Aber auch wenn Sie auf datenintensive Online-Aktivitäten wie Streaming und dergleichen verzichten, sind Sie nicht unbedingt vor einem hohen Verbrauch geschützt: Schon ein einfaches Update Ihres Betriebssystems kann locker 15 GB in Anspruch nehmen, und auch auf Facebook lauern unerwartete Datenfresser. Im Nachrichtenfeed werden z.B. Videos, die direkt hochgeladen wurden,  automatisch abgespielt - und damit klettert der Datenverbrauch auf ein ähnliches Niveau wie für ein YouTube Video, nämlich bis zu 30 MB für einen Clip.

Rechnet man das Inklusiv-Volumen auf einen Tag um, stehen Ihnen bei 100 GB im Monat täglich etwas mehr als 3 GB zur Verfügung - mit dem Download eines Films in  HD liegen Sie also schon über dem Tageslimit. Teilen Sie sich Ihren Anschluss mit anderen Nutzern, dann ist das Datenvolumen unter Umständen sehr schnell aufgebraucht.

10 Tipps, wie Sie Drosselung vermeiden 

1. Benutzen Sie einen Volumenzähler

Volumenzähler gibt es kostenlos von verschiedenen Providern oder von Drittanbietern als Software-Download aus dem Internet; für Smartphone- und Tabletnutzer stehen teilweise kostenpflichtige Anwendungen in den jeweiligen App-Stores zur Verfügung.  Der Volumenzähler läuft bei jeder Anwendung im Hintergrund mit und misst sämtliche Up- und Downloads. So können Sie Ihren Datenverbrauch ständig kontrollieren und notfalls die Bremse ziehen, bevor die Drosselung greift: Die ermittelten Daten  werden aufgezeichnet, das verbrauchte Datenvolumen wird nach Kalendertag, nach Woche und nach Monat aufgelistet. Häufig kann auch ein Alarm aktiviert werden, der Sie kurz vor Erreichen Ihres Limits warnt. Kunden der Telekom zum Beispiel behalten mit dem T-DSL Speedmanager den Überblick über den Datenverbrauch Ihrer Uploads und Downloads. Der Speedmanager analysiert darüber hinaus anhand eines DSL-Speedtests die Rechnerkonfiguration und optimiert daraufhin die Systemeinstellungen. 

2. Nutzen Sie WLAN-Hotspots

Machen Sie Gebrauch von WLAN-Hotspots - nicht nur in öffentlichen Bereichen wie Bahnhöfen und Flughäfen ist meist gratis WLAN verfügbar, auch Cafés, Restaurants und Geschäfte bieten oft kostenlosen Zugang zum Internet an. Dieser ist zwar in der Regel zeitlich begrenzt, reicht aber allemal aus, um E-Mails abzurufen oder den Fahrplan zu checken.

3. Verwenden Sie einen geeigneten Internetbrowser

Manche Browser, darunter Opera und Chrome, übertragen Daten in komprimierter Form zum Empfänger und  sparen damit nicht nur Zeit, sondern reduzieren auch den Datenverbrauch. Bei Opera werden Webseiten z.B. auf 90% komprimiert.

4. Komprimieren Sie Dateien

Wenn Sie Daten aus dem Internet herunterladen, wie z.B. Musik, Filme, Fotos und auch Dateianhänge in E-Mails, sollten Sie stets darauf achten, diese Daten zu komprimieren. Das reduziert den Verbrauch des Datenvolumens und beschleunigt den Download-Prozess.

5. Verzichten Sie auf automatische Sicherheitsupdates

Wie bereits erwähnt können Updates eines Betriebssystems ein sehr hohes Datenvolumen verbrauchen. Anstatt also  automatisch Sicherheitsupdates zu installieren, sollten Sie auf manuelle Updates umstellen und vor Installation prüfen, ob das angebotene Update auch wirklich notwendig ist.

6. Vermeiden Sie Cloud-Services

Wenn Sie unterwegs sind und auf Dokumente, Fotos oder Filme zugreifen wollen, sollten Sie anstatt eines Cloud-Dienstes wie Dropbox oder Google Drive lieber eine externe Festplatte oder einen USB-Stick nutzen. Fotos und Filme sind wahre Datenfresser und können bei einer Cloud-Synchronisierung schnell 15-20 GB verbrauchen.

7. Verzichten Sie bei Filmen auf HD

Wenn sie gerne Videos online sehen, können Sie Ihren Datenverbrauch deutlich reduzieren, indem Sie auf HD-Qualität verzichten und sich mit herkömmlicher  Qualität begnügen.

8. Schalten Sie Ihren Router aus

Ein eingeschalteter Router lädt konstant Daten aus dem Internet. Um Ihren Datenverbrauch zu minimieren, können Sie den Router ausschalten, wenn Sie Ihr Internet nicht nutzen, z.B. über Nacht. Bei manchen Modellen gibt es eine Zeitsteuerungsfunktion, das WLAN wird dann zu festgelegten Zeiten deaktiviert, um so Ihren Datenverbrauch zu reduzieren.

9. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss sorgfältig das Kleingedruckte

Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, sollten Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufmerksam durchlesen und nach Klauseln hinsichtlich einer Fair-Use-Policy überprüfen. Falls Sie zur Gruppe der Vielsurfer gehörn und regelmäßig große Datenmengen herunter- bzw. hochladen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Provider keine Fair-Use-Regelung praktiziert.

10. Denken Sie über einen Anbieterwechsel nach

Es lohnt sich grundsätzlich, Tarife zu vergleichen und über einen Anbieterwechsel nachzudenken - viele Kunden schrecken davor zurück, doch ein Wechsel ist unkompliziert und kann Ihnen viel Geld sparen. Häufig profitieren Sie bei einem Wechsel von besseren Leistungen zum günstigeren Preis oder von Anreizen in Form von Wechselprämien und gratis Angeboten.

Fazit

Ein Tarif mit begrenztem Datenvolumen ist vor allem für Wenigsurfer und Nutzer mit begrenztem Budget interessant und oftmals auch sinnvoll, da er eine kostengünstige Alternative zu ungedrosselten Angeboten darstellt. Sie sollten allerdings vor Buchung eines solchen Tarifes Ihren Bedarf sehr genau analysieren - wenn Sie regelmäßig mehr Volumen dazu buchen müssen, weil Ihr gebuchtes Paket nicht ausreicht, zahlen Sie unterm Strich mehr als für einen Tarif ohne Drosselung. Unter Beachtung unserer Tipps können Sie jedoch Ihren Datenverbrauch im Auge behalten und somit eine Drosselung vermeiden.

Themen: Internet / DSL

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