Das Kleingedruckte im Mobilfunk und DSL-Vertrag

VonBarbara
Das Kleingedruckte im Mobilfunk und DSL-Vertrag

Das Kleingedruckte im Mobilfunk und DSL-Vertrag: Worauf Sie unbedingt achten sollten

Auch wenn ein DSL- oder Mobilfunkvertrag noch so gut klingt, birgt so manches Angebot  bei näherem Hinsehen Tücken. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail - deshalb lohnt es sich, vor Vertragsabschluss die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genauer unter die Lupe zu nehmen.

DSL- und Mobilfunk-Kunden unterschreiben nicht selten Verträge mit zweijähriger Laufzeit, ohne vorher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und damit die genauen Vertragskonditionen sorgfältig geprüft zu haben. Um böse Überraschungen und mitunter hohe Zusatzkosten zu vermeiden, sollten Sie allerdings einigen Punkten in Ihrem DSL- bzw. Mobilfunkvertrag besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. schlaubi nennt Ihnen die wichtigsten Stichpunkte, auf die Sie bei Abschluss eines Handyvertrages bzw. eines DLS-Vertrages achten sollten - von A wie Auslandsgespräche bis Z wie Zusatzpakete.  

Auslandsgespräche

Viele DSL- Dienstleister bieten spezielle Auslandstarife bzw. -pakete an, mit denen Sie vom heimischen Anschluss verbilligt ins Ausland telefonieren können. Vorsicht ist geboten, wenn Sie keine dieser Auslandsoptionen gebucht haben - informieren Sie sich über Gebühren für Auslandsgespräche.

Bereitstellungsgebühr

Für die Einrichtung eines neuen DSL-Zugangs oder eines Mobilfunk-Anschlusses verlangen viele Anbieter eine einmalige Bereitstellungsgebühr, auch Technikergebühren können unter Umständen anfallen. Diese Gebühr wird meist mit der ersten Rechnung beglichen und vor allem bei günstigeren Tarifen oder Tarifen, die kurzfristig kündbar sind, erhoben.

Datenautomatik

Im Mobilfunk greift die Drosselung, wenn das vertraglich festgelegte Datenvolumen aufgebraucht ist. In der Regel kann bei Bedarf zusätzliches Datenkontingent gegen Aufpreis zugebucht und damit mit voller Geschwindigkeit weiter gesurft werden, die Handhabung ist allerdings je nach Provider unterschiedlich. Achten Sie auf Regelungen zur sogenannten Datenautomatik in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Ist diese vertraglich festgelegt, wird automatisch zusätzliches Datenvolumen aufgeladen, ohne dass Sie vorher zustimmen müssen, und das ist in der Regel teuer. Manche Anbieter, z.B. Vodafone, praktizieren eine Variante der Datenautomatik, bei der Sie per SMS benachrichtigt werden, wenn das Inklusiv-Volumen nahezu aufgebraucht ist und zusätzliches Volumen explizit ablehnen müssen. Bei einigen Providern müssen Sie dagegen selbst aktiv werden und bei Bedarf zusätzliches Datenvolumen nachbuchen - damit haben Sie volle Kostenkontrolle.

Drosselung

Bei DSL

Bei den meisten heutzutage angebotenen DSL-Tarife handelt es sich um Internet-Flatrates, mit denen Sie ohne Limit durchs Netz surfen. Es gibt jedoch auch nach wie vor Tarife, die einer Drosselung unterliegen; wenn ein bestimmtes vertraglich festgelegtes Datenvolumen aufgebraucht ist, geht es für den Rest des Abrechnungszeitraumes nur noch im Schneckentempo durchs Netz. Falls der von Ihnen gewünschte Tarif nicht von vorneherein explizit als Volumentarif mit begrenztem Datenkontingent vermarktet wird, sollten Sie genau überprüfen, ob Ihr Anbieter Drosselung praktiziert oder ob es sich um einen echte Flatrate mit unbegrenztem Datenvolumen handelt.

Im Mobilfunk

Derzeit gibt es so gut wie keine Mobilfunkverträge, die ohne jegliche Drosselung auskommen. Überprüfen Sie daher vor der Vertragsunterzeichnung, auf welche Geschwindigkeit Ihr Anbieter drosselt, falls Sie Ihr Datenkontingent vorzeitig aufbrauchen. Bei einigen Providern liegt die gedrosselte Geschwindigkeit bei 64 Kbit/s; damit lassen sich wenig datenhungrige Funktionen noch nutzen, datenintensive Anwendungen dagegen sind mit dieser Geschwindigkeit nicht mehr möglich. Viele Mobilfunkbetreiber bremsen allerdings auf 32 Kbit/s oder noch weniger herunter, und mit derartigen Geschwindigkeiten gestaltet sich jegliche Internetnutzung schwierig.

EU Roaming

Im Mobilfunk ist am 15. Juni 2017 eine neue EU-Roaming-Verordnung in Kraft getreten: Mobilfunkprovider dürfen ab sofort keine zusätzlichen Kosten für Telefonate, SMS und verbrauchte Daten im EU-Ausland mehr verlangen - Sie können also Ihren deutschen Handyvertrag ohne Zusatzkosten im EU-Ausland nutzen. Das ist für Kunden eine äußerst erfreuliche Neuerung, dennoch sollten Sie vor der Nutzung Ihres Handys im Ausland einen genauen Blick in Ihre Vertragskonditionen werfen:  Gewisse Einschränkungen sind zulässig. So dürfen Provider Tarife verkaufen, die eine Nutzung im Ausland gänzlich ausschließen oder die Nutzung einzelner Dienste, z.B. des mobilen Internets, nicht erlauben. Ebenfalls erlaubt und häufig praktiziert sind eine Reduzierung des im heimischen Tarif vereinbarten Datenvolumens für mobiles Surfen sowie die Anwendung einer Fair-Use-Regelung: Nutzt der Kunde sein Handy über einen gewissen Zeitraum mehr im Ausland als im Inland, kann der Provider extra Gebühren verlangen. Informieren Sie sich also vor Abreise bei Ihrem Provider; das gilt insbesondere dann, wenn Sie außerhalb der EU Urlaub reisen. 

Fair-Use-Policy

Vielen DSL-Anbietern behalten sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Anwendung einer Fair-Use-Policy vor; häufig ist dabei von "Ressourcen-Überbeanspruchungsklausel" oder "Serverüberlastungsklausel" die Rede. Hier geht es im Wesentlichen um eine gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Bandbreite und damit die Vermeidung von Kapazitäts-Engpässen zu Spitzenzeiten. In der Praxis bedeutet das, dass die Übertragungsgeschwindigkeit reduziert wird, wenn ein Nutzer innerhalb eines Kalendertages ein bestimmtes Download-Volumen erreicht hat.  Aktivitäten wie E-Mails lesen, Surfen im Netz oder online Videos sehen sind in der Regel davon ausgenommen. Vor Vertragsabschluss sollten Sie sich allerdings trotzdem vergewissern, ob Ihr Provider eine Fair-Use-Policy aktiv praktiziert oder sich deren Anwendung grundsätzlich vorbehält.

Gespräche zu Sonderrufnummern

Sowohl vom Festnetzanschluss als auch im Mobilfunk sind Anrufe zu Sonderrufnummern in der Regel nicht in den Flatrates inbegriffen und werden gesondert abgerechnet. Erkundigen Sie sich nach den Preisen für Gespräche, die nicht im Rahmen der Flatrate abgedeckt sind - je nach Provider können diese nämlich teuer ausfallen.

Hardware

Bei den meisten Internetverträgen erhalten Sie heute einen Kabel- oder WLAN-Router. Wird die Hardware gemietet oder kostenlos zur Verfügung gestellt, muss sie nach Ende der Vertragslaufzeit meist zurückgegeben werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Provider nach der genauen Regelung und achten Sie gegebenenfalls darauf, Ihren Router fristgerecht an den Anbieter zurückzusenden, um so zusätzliche Gebühren zu vermeiden.

Ausgeschlossen von dieser Regelung ist Hardware, die Sie von Ihrem Anbieter kaufen. Seit dem Wegfall des Routerzwangs im Sommer 2016 entscheiden sich auch viele Kunden, einen Router ihrer Wahl im Handel zu erwerben - oft ist auf diesem Weg ein qualitativ besseres Gerät zum günstigeren Preis erhältlich.

Kündigungsfrist

Wenn Sie darüber nachdenken, Ihren Telefon- oder Internetanschluss zu kündigen, sollten Sie unbedingt die Kündigungsfrist beachten. Üblich ist eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Vertragsende, die Mindestvertragslaufzeit beträgt in den meisten Fällen 24 Monate. Bei Verträgen ohne Laufzeit kann meist monatlich gekündigt werden.

Falls Sie Ihren bestehenden DSL- oder Mobilfunkvertrag nicht rechtzeitig kündigen, verlängert sich dieser in der Regel um weitere 12 Monate. Auch bei Verträgen ohne Mindestvertragslaufzeit lohnt sich ein Blick in das Kleingedruckte, da selbst diese innerhalb von zwei bis vier Wochen zum Monatsende gekündigt werden müssen.

Ob und in welchen Fällen Sie von einem Sonderkündigungsrecht  Gebrauch machen können, finden Sie ebenfalls in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Mindestvertragslaufzeit

Die meisten Telefon- und Internetverträge sind mit einer Mindestlaufzeit von 12 bis 24 Monaten belegt. Falls Sie Ihren aktuellen Internetanbieter oder Mobilfunkprovider kündigen wollen, sollten Sie zunächst die vertraglich vereinbarte Mindestvertragslaufzeit überprüfen. Falls Sie die Kündigungsfrist verpassen, verlängert sich der Vertrag in der Regel automatisch um ein weiteres Jahr. Besondere Vorsicht gilt, wenn Ihnen der Anbieter nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit ein Angebot mit veränderten Konditionen macht - dann gilt eventuell wieder eine zweijährige Laufzeit.

Regiozuschlag

Neben der Telekom gibt es auch viele regionale Anbieter, die Ihre eigenen Telefonnetze betreiben. Diese Netze stehen aber nicht flächendeckend zur Verfügung, sondern meist nur in Städten und Ballungsgebieten. Bei Bedarf mieten die Anbieter daher Leitungskapazitäten der Telekom; die Mietgebühren in Höhe von rund fünf Euro monatlich werden an den Endkunden weitergegeben.

Regiozuschläge gibt es unter anderem bei 1&1, O2 und Congstar. Bevor Sie also Internet bei diesen Anbietern bestellen, sollten Sie sich das Kleingedruckte im DSL-Vertrag gründlich durchlesen.

Roaming außerhalb der EU

Roaming im nicht-europäischen Ausland stellt nach wie vor eine potenzielle Kostenfalle dar. Wenn Ihr Mobilfunktarif kein Roaming-Paket beinhaltet, sollten Sie sich nach den genauen Konditionen Ihres Anbieters für die Handynutzung in Ihrem Reiseland außerhalb der EU erkundigen, um überhöhte Rechnungen zu vermeiden. Viele Provider bieten spezielle Auslands-Optionen oder Länderpakete an, die zum bestehenden Tarif zugebucht werden können.

Rufnummernportierung

Grundsätzlich kann bei einem Wechsel zu einem anderen Provider die bestehende Handynummer mitgenommen werden; Mobilfunkanbieter sind verpflichtet, ihren Kunden die sogenannte Portierung der Rufnummer zu ermöglichen. In den meisten Fällen wird für diesen Service jedoch eine Gebühr erhoben - erkundigen Sie sich beim jeweiligen Anbieter nach den Konditionen. Die Mitnahme der Mobilfunknummer ist auch bei Prepaid-Karten möglich; hier sollten Sie darauf achten, dass genügend Guthaben auf Ihrer Karte vorhanden ist, damit eventuell anfallende Gebühren des bisherigen Anbieters für die Portierung beglichen werden können. Eine Rufnummernportierung muss innerhalb eines bestimmten Zeitraumes stattfinden; wird die Frist überschritten, erlischt Ihr Anspruch auf Rufnummernmitnahme.

Sicherheitspaket

Das Sicherheitspaket gibt es bei DSL-Verträgen und bei manchen Mobilfunkverträgen oft gratis dazu - aber oftmals nur für drei Monate. Sollten Sie danach nicht explizit eine Kündigung des Pakets einreichen, wird Ihnen ein monatlicher Betrag, der je nach Anbieter variiert, in Rechnung gestellt.

Sicherheitspakete sind grundsätzlich empfehlenswert, doch es lohnt sich, Angebote hinsichtlich Qualität und Zuverlässigkkeit zu recherchieren, bevor Sie sich für eine bestimmte Sicherheits-Software entscheiden.

Sonderkündigungsrecht

Das Sonderkündigungsrecht greift nur in ganz bestimmten Fällen. Grundsätzlich muss der Kunde nachweisen können, dass ein wichtiger Grund für die Kündigung vorliegt. Nicht erbrachte Leistung des Providers trotz Aufforderung zur Nachbesserung unter Einräumung einer angemessenen Frist ist der wichtigste Grund für eine außerordentliche Kündigung; ein Umzug dagegen ist kein berechtigter Anlass, den DSL- oder Mobilfunkvertrag zu kündigen, es sei denn, der Anbieter kann die vertraglich vereinbarten Leistungen am neuen Wohnort nicht erbringen. Häufig wird auch eine Kündigung seitens des Kunden wegen Privatinsolvenz akzeptiert. Im Zweifelsfall sollten Sie hier professionellen juristischen Rat einholen.

Sparvorwahlen

Die meisten DSL-Tarife werden mittlerweile als Doppel-Flatrate angeboten. Damit können Sie nicht nur unbegrenzt surfen, sondern auch nach Herzenslust telefonieren. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn die Flatrate gilt meistens nur für das deutsche Festnetz. Gespräche, die ins Ausland oder ins Mobilfunknetz getätigt werden, müssen oft extra bezahlt werden.

Um hier Geld zu sparen, gibt es im Internet verschiedenen Sparvorwahlen, die Sie vor der eigentlichen Rufnummer wählen müssen. Diese besonderen Vorwahlen sind jedoch bei vielen Internetbetreibern gesperrt. Achten Sie in Ihrem Vertrag also genau darauf, ob Sie diese Sparvorwahlen nutzen dürfen oder nicht.

Surfgeschwindigkeit

Damit Sie nicht für eine Leistung zahlen, die Sie letztendlich nicht bekommen, sollten Sie genau auf die Bandbreitenangaben achten. Bei der Buchung eines DSL- oder Handytarifs kommt es häufig vor, dass der Provider nicht die gewünschte Downloadgeschwindigkeit liefert - Wenn Sie z.B. einen DSL 16 Vertrag abschließen, bekommen Sie in Wirklichkeit oft keine 16 Mbit/s.

Entscheidend ist, was in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen steht. Die Anbieter sichern sich gegen Beschwerden mit entsprechenden Klauseln ab, in Tarifbeschreibungen werden immer 'bis zu'-Geschwindigkeiten beworben, die den Idealfall beschreiben.

Einen Anspruch auf eine bestimmte Geschwindigkeit haben Sie nicht, unabhängig von der gebuchten Bandbreite. Ihre verfügbare Bandbreite können Sie einfach online messen. Wenn Sie nach der Unterzeichnung des Vertrages feststellen, dass die Bandbreite stark eingeschränkt ist, sollten Sie von Ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen. Das Gleiche gilt für Handyverträge; Provider vermarkten maximal erreichbare Geschwindigkeiten, die in der Praxis oft nicht erreicht werden.

Taktung

Auch in Zeiten von Flatrates gibt es noch Tarife, bei denen Gespräche verbrauchsgenau abgerechnet werden. Achten Sie in diesem Fall auf die Taktung - manche Anbieter rechnen sekundengenau ab, andere dagegen minutengenau. Ein kleines Detail, das in der Summe bei der Abrechnung jedoch einen erheblichen Preisunterschied bedeuten kann. Erreichen Sie z.B. nur einen Anrufbeantworter und legen sofort auf, wird Ihnen bei minutengenauer Abrechnung wesentlich mehr in Rechnung gestellt als bei sekundengenauer Abrechnung.

Widerrufsrecht

Wenn Sie einen neuen DSL- oder Handyvertrag abgeschlossen haben und innerhalb der ersten zwei Wochen feststellen, dass die Leistung nicht Ihren Erwartungen entspricht, der Service nicht stimmt oder Sie es sich einfach anders überlegt haben, können Sie vom Widerrufsrecht Gebrauch machen. Verträge, die über das Internet oder am Telefon abgeschlossen werden, sind unter dem Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen geregelt. Dies berechtigt Sie, innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss ohne Angabe von Gründen die Bestellung zu stornieren. Die Widerrufsfrist beginnt mit Vertragsabschluss, also dann, wenn der Kunde die allgemeinen Geschäftsbedingungen online akzeptiert. Der Händler ist verpflichtet, Sie vor Aufnahme Ihrer Bestellung rechtsgültig und verständlich über Ihr Widerrufsrecht zu informieren. 

Zusatzpakete

Sowohl im DSL-Bereich als auch im Mobilfunk haben Sie als Kunde die Auswahl an diversen Zusatzpaketen wie Auslands-Flat, Extra Datenvolumen, TV-Option, etc., mit denen Sie Ihr Basis-Paket erweitern können. Achten Sie vor der Buchung vor allem darauf, wie es sich mit der Kündigung dieser Pakete verhält - in manchen Fällen können diese monatlich gekündigt werden, häufig müssen sie jedoch bis Ende der Vertragslaufzeit gebucht werden.

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