Was ist Freifunk?

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Freifunk wird von Privatpersonen angeboten

Das Internet über Freifunk, oftmals auch Meshnetz genannt, ist die öffentliche Verbreitung von freien und unabhängigen WLAN-Netzwerken, die von Privatpersonen angeboten werden. Entstanden ist der Freifunk zum ersten Mal im Oktober 2002 in Berlin. Die Vision von Freifunk ist die Demokratisierung der Kommunikationsmedien und die Vernetzung ganzer Städte umso der digitalen Dividende entgegen zu wirken.  Im Gegensatz zu privaten WLAN-Netzwerken, die in vielen Städten als Hotspots von der (www.telekom.de) und auch von (www.kabeldeutschland.de) angeboten werden, dienen Freifunk-Netzte nicht der kommerziellen Nutzung. Mittlerweile sind diese öffentlichen Freifunk-Netze in Deutschland weitverbreitet und werden von Freifunk-Gruppen gesponsert, die sich wöchentlich oder monatlich in Zusammenkünften treffen.

Wie funktioniert Freifunk?

Beim Freifunk werden die Netze von Privat-Nutzen aufgebaut und auch gewartet. Um dem Freifunk-Netzwerk beizutreten, brauchen Sie nur einen WLAN-Router mit spezieller Firmware. Dieser Router, zusammen mit denen der anderen Freifunk-Teilnehmer, bildet dann ein vermaschtes Intranet.  In diesem können Sie als Nutzer dann sofort Daten, Musik und Filme über das interne Freifunk-Netz an andere Teilnehmer übertragen. Zudem haben Sie beim Freifunk-Netzwerk auch die Möglichkeit, Ihren privaten Internetzugang für andere Teilnehmer zugänglich zu machen.

Die Nachteile von Freifunk

  1. Beim Freifunk ist jeder selbst verantwortlich. Sobald Sie Ihr Freifunk-Netzwerk für andere Teilnehmer freigeben, haften Sie für deren Aktivitäten im Netz. Dies wird in Deutschland auch als Störerhaftung bezeichnet und ist der größte Nachteil vom Freifunk. So sind in der Vergangenheit schon einige Freifunk-Nutzer mit Abmahnungen konfrontiert worden. Um dies zu umgehen, werden mittlerweile alle Daten über eine VPN-Verbindung (Virtuelle Private Netzwerkverbindung) über Schweden geleitet, so dass Nutzer und Inhaber anonym bleiben.
  2. Um ein Freifunk-Netzwerk zu erstellen benötigen Sie mindestens einen anderen Teilnehmer der bereit ist, sein Netzwerk offen und frei zu teilen.
  3. Ganz „frei“ ist der Freifunk nicht. Um ein lokales Freifunk-Netzwerk in Ihrer Stadt zu unterstützen benötigen Sie spezielle Software und diese gibt es nicht kostenlos. So z.B. kostet ein Router mit spezieller Freifunk-Firmware rund 20 €. Auch die Installation und Einrichtung kann unter Umständen noch zusätzliche Gebühren kosten.
  4. Ebenfalls ein Nachteil von Freifunk ist die relativ niedrige Internetgeschwindigkeit, die beim Freifunk zur Verfügung gestellt wird. Wieviel die Bandbreite genau überträgt,  ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So z.B. ist die Anzahl der Knoten entscheidend, die überwunden werden müssen. Doch auch die Funkqualität der einzelnen Router ist ausschlaggebend. Im Schnitt sind momentan über viele Freifunknetze Bandbreiten von bis zu 3 Mbit/s möglich.

Die Vorteile von Freifunk

  1. Der größte Vorteil von Freifunk ist die öffentliche Distribution von Kommunikationsmedien. Alle Teilnehmer erhalten so einen freien Zugang zum Internet und können untereinander Daten austauschen.
  2. Die vermaschten Netze vom Freifunk sind sehr zuverlässig und stabil, da sie dezentralisiert sind. Selbst wenn also einer der WLAN Router ausfällt oder blockiert wird, kann sich das Netz darum herum stricken und verbindet sich einfach mit dem nächst-besten Router.
  3. Spätestens seit dem NSA Skandal ist das Thema für viele Internetnutzer ein wichtiges Thema. Bei Freifunk-Netzen fließt der Datenverkehr frei und wird somit auch nicht von zentralen Datenknoten überwacht.
  4. Auch die Privatsphäre steht im Freifunk an erster Stelle. So sind die Freifunk-Zugangspunkte vollkommen vom Ihrem privaten WLAN getrennt umso jeglichen Zugang auf den privaten Datenverkehr zu vermeiden. Somit wird also nicht Ihre IP-Adresse genutzt und jeglicher Datenverkehr wird verschlüsselt.

Wie können Sie sich beim Freifunk beteiligen?

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Googlen Sie einfach „Freifunk“ und Ihre Region um Anbieter zu finden

Um selber Mitglied beim Freifunk zu werden, sollten Sie einfach das Wort „Freifunk“ und danach den Namen Ihrer Stadt googeln. Mittlerweile gibt es diese Freifunk-Netzte nämlich nicht nur in den Großstädten, sondern auch in vielen Vororten und Dörfern.

Bevor Sie sich jedoch für Freifunk anmelden, sollten Sie zuerst das Kleingedruckte in Ihrem Internetvertrag genau durchlesen. Viele Internetprovider von Flatrates verbieten die Mehrplatznutzung nämlich explizit.

Fazit

Die Initiative Freifunk dient zur öffentlichen und freien Verbreitung von dezentralisierten WLAN-Netzen. Mit diesen können Teilnehmer dann nicht nur Daten wie Texte und Musik untereinander austauschen, sondern auch ihren Zugang zum Internet. Die Vision vom Freifunk ist somit die Demokratisierung von Kommunikationsmedien. Neben Starter Kosten und der Frage der Störerhaftung, bieten Freifunk-Netze viele Vorteile. So sind diese nicht zu kommerziellen Zwecken nutzbar und daher frei für alle Teilnehmer. Zudem sind Freifunk-Netzwerke auch sehr stabil und übertragen jeglichen Datenverkehr verschlüsselt, um so der Netzneutralität beizutragen.

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