Wechseln & Kündigen

internet soll gewechselt oder gekündigt werden
Wenn es Zeit ist den Internet Vertrag zu kündigen oder zu wechseln, gibt es Einiges zu beachten.

Sie möchten Ihren Internetanbieter kündigen oder zu einem anderen Anbieter wechseln? Dann sollten Sie auf jeden Fall einige grundlegende Kriterien beachten, durch die eine Kündigung bzw. ein Wechsel reibungslos erfolgen kann.

Welche das sind und wie Sie genau vorgehen müssen, verrät Ihnen unser nachfolgender Ratgeber-Artikel. Bei uns erfahren Sie alles über die richtige Vorgehensweise bei einem Wechsel oder einer Kündigung und auch über Kündigunsfristen der verschiedenen Anbieter.

Internettarife verlängern sich automatisch

Ein Internettarif bringt in der Regel eine Laufzeit von 24 Monaten mit sich. Damit der Verwender nach diesem Zeitraum nicht plötzlich ohne Internet dasteht, verlängert sich der abgeschlossene Vertrag automatisch – in der Regel um ein weiteres Jahr. Beachten Sie also unbedingt, dass Sie einen solchen Vertrag nicht spontan kündigen können, sondern dass Sie sich stattdessen an die angegebene Mindestvertragslaufzeit halten müssen. Dies gilt übrigens auch bei einem Wechsel zu einem neuen Internetanbieter.

Internetanbieter kündigen: So gehen Sie vor

  1. Laufzeit des Vertrags überprüfen
  2. Kündigungsfrist ermitteln
  3. Schriftliche Kündigung versenden

Laufzeit des Vertrags überprüfen

Stellen Sie anhand Ihrer Unterlagen zuerst fest, wann der abgeschlossene Vertrag begonnen hat. Durch diese Information können Sie anschließend in Erfahrung bringen, wann Sie den Vertrag frühestens kündigen können.

Kündigungsfrist ermitteln

Ebenfalls im abgeschlossenen Vertrag ist die Kündigungsfrist aufgelistet. Hierbei handelt es sich um eine Zeitangabe, zu der der Vertrag frühestens gekündigt werden muss, damit sich dieser nicht automatisch verlängert. Läuft ein Vertrag mit einer Kündigungsfrist von einem Monat beispielsweise am 15. Dezember aus, so muss Ihre Kündigung allerspätestens am 15. November bei Ihrem Anbieter eingegangen sein – im Idealfall aber besser einige Tage oder sogar Wochen vorher.
Weitere Informationen zu den Kündigungsfristen der großen Internetanbieter finden Sie weiter unten in diesem Artikel.

Schriftliche Kündigung versenden

schriftliche kündigung internet
Die Kündigung sollte schriftlich erfolgen. Das ist aber auch per Email möglich.

Eine Kündigung bei einem Internetanbieter sollte im besten Fall schriftlich erfolgen. Teilen Sie Ihrem Provider in diesem Schreiben mit, dass Sie Ihren Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen möchten und bestehen Sie zudem auf eine ebenfalls schriftliche Bestätigung Ihrer Kündigung.

Neben dem eigentlichen Kündigungswunsch sollten in Ihrer Kündigung noch Ihr vollständiger Name, Ihre Adresse, das Datum des Schreibens und Ihre Kundennummer stehen.

Unser Tipp
Im Internet lassen sich für nahezu jeden Internetprovider vorgefertigte Kündigungsschreiben finden, in die Sie nur noch Ihre persönlichen Daten eintragen müssen. Das Kündigungsschreiben können Sie anschließend mit Ihrem Drucker ausdrucken, unterschreiben und per Post an Ihren Anbieter schicken.

Wichtige Punkte, die es bei einer Kündigung zu beachten gilt

In vielen Fällen beinhaltet ein Internettarif noch zusätzliche Leistungen, auf die Sie durch Ihre Kündigung keinen Zugriff mehr haben. Beachten Sie also vor dem Einreichen einer Kündigung folgende Punkte:
  • E-Mail-Adresse
  • Online-Speicher
  • Rufnummer
  • Hardware

E-Mail-Adresse

Falls Ihr Tarif eine E-Mail-Adresse beinhaltet, sollten Sie sich unbedingt vorab informieren, ob es eine Möglichkeit gibt, diese auch weiterhin zu nutzen. Wenden Sie sich in einem solchen Fall direkt an Ihren Internetanbieter.

Online-Speicher

Viele Internettarife, beispielsweise die aus dem Hause 1und1, beinhalten zusätzlichen Online-Speicher zur Ablage von Fotos, Videos und anderen Dateien in einer Cloud. In der Regel endet der Zugriff auf diesen Speicherplatz mit der Kündigung Ihres Vertrags, wodurch auch alle hochgeladenen Daten verloren wären. Auch hier lohnt sich eine Nachfrage beim Internetanbieter. Für den Fall, dass Ihnen dieser keine weitere Nutzung der Cloud ermöglicht, sollten Sie Ihre gespeicherten Daten unbedingt vor der Kündigung herunterladen und auf Ihrem PC oder einem Datenträger speichern.

Rufnummer

Da fast jeder Internettarif mittlerweile mit einem Telefonanschluss daherkommt, beinhaltet dieser natürlich auch eine Rufnummer, unter der Sie erreichbar sind. Falls Sie diese in Zukunft weiterhin verwenden möchten, dürfen Sie Ihren Vertrag auf keinen Fall selbst kündigen! Um diese Aufgabe muss sich stattdessen der neue Anbieter kümmern.
Weitere Informationen hierzu finden Sie auch unter dem Abschnitt „Internetanbieter wechseln – so gehen Sie vor“.

Hardware

Falls Ihnen Ihr Internetprovider Hardware (beispielsweise ein WLAN-Modem oder einen Router) zur Verfügung gestellt hat, sollten Sie vorab unbedingt klären, ob diese an den Anbieter zurückgesendet werden muss – denn das ist bei den allermeisten Tarifen der Fall. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie dies zuvor unbedingt bei Ihrem Anbieter in Erfahrung bringen, da eine Überschreitung der Rücksendefrist durchaus zusätzliche Kosten mit sich bringen kann.

Internetanbieter wechseln – so gehen Sie vor

Wenn Sie sich bereits sicher sind, dass Sie zukünftig Kunde bei einem anderen Internetanbieter sein möchten, müssen Sie Ihrem bisherigen Provider KEINE Kündigung zukommen lassen. Gehen Sie stattdessen einfach wie folgt vor:
  1. Überprüfen Sie, wie lange der aktuelle Vertrag noch läuft und welche Kündigungsfrist es gibt.
  2. Wählen Sie rechtzeitig (also unbedingt unter Einhaltung der Kündigungsfrist) einen neuen Tarif auf der Homepage des zukünftigen Internetanbieters aus.
  3. Im Rahmen des Bestellprozesses werden Sie nun aufgefordert, die Vertragsdaten des bisherigen Anbieters anzugeben. Geben Sie dementsprechend Ihre bisherige Kundennummer, Ihren vollen Namen, Ihre vollständige Adresse und – ganz besonders wichtig – Ihre bisherige Rufnummer an. Ihr neuer Anbieter weiß nun direkt, welche Rufnummer Sie verwendet haben und dass Sie diese in Zukunft bei ihm weiternutzen möchten.
  4. Sie müssen Sich nun um nichts mehr kümmern, da sich Ihr neuer Anbieter sowohl um die fristgerechte Kündigung des bisherigen Vertrags, als auch um die Mitnahme der Rufnummer kümmert. Darüber hinaus sorgt Ihr neuer Anbieter dafür, dass ein reibungsloser Übergang zwischen beiden Anbietern ohne ärgerliche Ausfälle des Internets erfolgt.

Die Kündigungsfristen der wichtigsten Internetanbieter

Die Kündigungsfrist eines Internettarifs kann sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Wir haben daher nachfolgend die Kündigungsfristen der wichtigsten Internetanbieter für Sie zusammengefasst. Bei allen aufgelisteten Anbietern gilt zudem, dass sich der Vertrag um weitere 12 Monate verlängert, wenn er nicht rechtzeitig gekündigt wird.
AnbieterKündigungsfrist
Deutsche Telekom1 Monat
Vodafone3 Monate
1&13 Monate
o23 Monate (bei Verträgen ohne Mindestlaufzeit 4 Wochen)
Tele22 Monate
Versatel3 Monate
Freenet2 Monate
Congstar3 Monate

Sonderkündigungsrecht

In einigen (sehr seltenen Fällen) besteht die Möglichkeit eines Sonderkündigungsrechts. In einem solchen Fall ist die vom Internetprovider genannte Mindestlaufzeit nicht bindend, da Sie Ihren Vertrag auch vorzeitig kündigen können. Möglich ist dies in einem der nachfolgenden Fälle:
  • Änderung der ABG – beispielsweise eine plötzliche Erhöhung der Preise oder eine starke Abänderung des Angebots
  • Nicht erbrachte Leistungen
  • Umzug ins Ausland
  • Tod des Vertragsinhabers

Nicht erbrachte Leistungen

Falls der Anbieter die in den AGB aufgelisteten Leistungen nicht erfüllen kann (beispielsweise viel zu langsames oder gar kein Internet an Ihrem Wohnort anbietet), kann der Vertrag vorzeitig gekündigt werden. Allerdings müssen Sie Ihrem Anbieter zuerst die Möglichkeit auf eine Nachbesserung der vorliegenden Problematik gewähren.

Umzug ins Ausland

Falls Sie ins Ausland umziehen, können Sie ebenfalls von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Bei einem Umzug innerhalb Deutschlands ist dies hingegen nur dann möglich, wenn Ihr Provider an Ihrem neuen Wohnort keinen Internetanschluss anbietet – was allerdings nur sehr selten der Fall ist.

Tod des Vertragsinhabers

Wenn der Inhaber des Vertrags verstirbt, darf dieser in der Regel aufgelöst werden. Hierfür benötigt Ihr Anbieter jedoch eine Kopie der Sterbeurkunde oder einen anderen Nachweis für das Ableben des Vertragsinhabers.
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