Smarthome

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Das Smarthome gewinnt immer mehr an Beliebtheit

Das Thema Smarthome beherrscht nicht nur die Fachpresse, sondern zunehmend auch die Massenmedien. Nach einem eher zögerlichen Start setzen sich Heimautomatisierungs-Systeme allmählich auf dem Massenmarkt durch:

Was bis vor kurzem noch häufig als technische Extravaganz oder gar als Zukunftsvision galt, füllt heutzutage als Produkte für jedermann zu erschwinglichen Preisen die Regale der Händler.

Vor allem im Zusammenhang mit Sicherheit und Energieeffizienz und daraus resultierender Kostenersparnis steht das intelligente Haus zunehmend im Blickpunkt des Verbraucherinteresses. Funklösungen ermöglichen ein Nachrüsten ohne allzu großen Aufwand, auch bei begrenztem Budget. Aber von praktischen Aspekten abgesehen beschleunigt ein weiterer Faktor die rasche Weiterentwicklung auf dem Smarthome-Markt: Das mitdenkende Haus vermittelt ein Lebensgefühl, das voll im Trend liegt. Der Einsatz von High-Tech ist zum festen Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden, die Digitalisierung erobert alle Lebensbereiche und macht auch vor dem Zuhause nicht halt.

Dieser Ratgeber soll Antworten auf die wichtigsten grundsätzlichen Fragen zum Thema Smarthome sowie einen Überblick über die wichtigsten Systeme und Anbieter geben. Dabei wird auf folgende Punkte im Einzelnen eingegangen:

  • Eine Begriffsdefinition – Was versteht man unter dem Begriff Smarthome?
  • Was spricht für die Heimautomatisierung?
  • Der technische Teil verständlich gemacht: Wie ist eine Smarthome-Lösung aufgebaut – welche Komponenten machen ein Smarthome-System aus?
  • Eine Entscheidungshilfe – Die Checkliste für die Auswahl des geeignetne Systems
  • Ein Überblick über die wichtigsten Anbieter von Smarthome-Lösungen und die wichtigsten Funkstandards
  • Fazit: Das Smarthome für jedermann ist ohne Weiteres realisierbar

Was genau versteht man unter einem Smarthome?

Der Begriff Smarthome oder auch Heimautomatisierung umschreibt technische Verfahren und Systeme in Wohnbereichen, die drei wesentliche Aspekte des Wohnens verbessern sollen: Komfort, Sicherheit und effiziente Energienutzung. Erreicht wird dieses Ziel mittels vernetzter und fernsteuerbarer Geräte und Installationen. Abläufe in der Haustechnik, Haushaltsgeräte und auch Unterhaltungselektronik werden vernetzt und zentral gesteuert. Der Fokus liegt dabei hauptsächlich auf drei Aspekten: Verbesserter Wohnkomfort, Energieeinsparung und Sicherheit.

Aller Anfang ist schwer: Das Thema Smarthome ist komplex

Wer beginnt, sich eingehender mit dem Thema Smarthome zu beschäftigen, erkennt sehr schnell die Komplexität der Materie. Eine regelrechte Flut an Begriffen und Herstellern mit unterschiedlichsten Systemen und dazugehörigen Produkten sorgt weitläufig für Verwirrung, und auch potenzielle Kosten und Sicherheitsbedenken schrecken so manchen ab. Nicht zuletzt deshalb hat sich das Geschäft mit der Heimautomatisierung bisher eher schleppend angelassen, zumal über lange Zeit hinweg entsprechende Installationen meist vom Fachmann ausgeführt werden mussten, häufig mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden. Dabei haben individuelle smarte Geräte längst Einzug in deutsche Wohnungen gehalten und sind in einer einfachen Form schon vielerorts in Gebrauch, ohne dass Nutzer sich dessen vielleicht wirklich bewusst sind: Baby-Monitore, die den Schlaf des Kleinkindes überwachen; LED-Leuchten, die sich mit dem Smartphone dimmen oder ein- und ausschalten lassen; eine Webcam, die die Eingangstür überwacht; der Staubsaugroboter, der in Abwesenheit der Bewohner sauber macht – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Mit dem Konzept des Smarthomes geht diese Entwicklung nun in die nächste Phase: Durch die Vernetzung der einzelnen Geräte entseht das intelligente Haus.

Was spricht für die Automatisierung des Heims?

Mehr denn je gibt es eine Reihe von Gründen, die für die Heimautomatisierung sprechen. Neben verbessertem Komfort sind hauptsächlich Energieeinsparung und Sicherheit zu nennen, aber auch Home-Entertainment-Optionen stoßen auf großes Interesse. Wer denkt, dass das alles nur mit viel Aufwand oder gegen teures Geld zu haben ist, liegt falsch: Inzwischen gibt es Smarthome-Lösungen, die für ein breites Publikum konzipiert sind. Erschwinglich, einfach zu installieren und ausbaufähig heißt die Devise. Von Einzellösungen in Form von smarten Geräten wie etwa Thermostaten oder Überwachungskameras bis hin zur Komplettanlage, dem vollautomatisch gesteuerten Zuhause, ist alles machbar. Der Nutzer hat Spielraum bei der Gestaltung seines smarten Zuhauses; es gibt nicht eine fertige Lösung, sondern vielmehr maßgeschneiderte Optionen, die den Bedürfnissen und vor allem dem Budget des Nutzers individuell angepasst werden und mit etwas vorausschauender Planung auch zu einem späteren Zeitpunkt erweitert werden können.

Welche Komponenten machen ein Smarthome aus?

Grundsätzlich ist zunächst einmal zwischen Smarthome-Systemen und Smarthome-Komponenten bzw. Geräten, die durch Vernetzung ein Smarthome-System bilden, zu unterscheiden.

Einzelne Komponenten in Form von Geräten wie etwa Thermostate, Webcams, Sensoren, Bewegungsmelder, etc. werden über eine zentrale Schaltstelle, die Smarthome-Zentrale, gesteuert. Diese Schaltstelle, die z.B. ein Smartphone einnehmen kann, ist gleichzeitig die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. Hier wird der Soll-Zustand eingegeben und der Ist-Zustand kontrolliert. Durch die Vernetzung aller einzelnen Komponenten entsteht ein intelligentes System, eine Komplettanlage.

Knackpunkt Kompatibilität: Verschiedene Hersteller bieten verschiedene Systeme an

Auf dem stetig wachsenden Markt für Smarthome-Systeme sind zahlreiche Hersteller mit unterschiedlichen Lösungen vertreten, und wer die Wahl hat, hat die sprichwörtliche Qual: Der Verbraucher steht einem Meer von Fachbegriffen gegenüber, und bei der Auswahl eines Systems wird die Sache nicht unbedingt einfacher. Jeder Hersteller hat in der Regel seine eigene Produktpalette mit Geräten, die zu seinem System passen. Und darin liegt das Hauptproblem, mit dem sich potenzielle Anwender konfrontiert sehen: Die verschiedenen Systeme sind häufig nicht kompatibel. Wer sich für einen Anbieter entscheidet, muss sich in der Regel also auch in Zukunft bei möglichen Erweiterungen an den gleichen Hersteller bzw. das gleiche System halten.

Ein wenig Recherche und sorgfältige Planung am Anfang zahlen sich aber später unter Umständen aus: Wer zu Beginn seine Hausaufgaben macht und sich für ein nachhaltiges und ausbaufähiges System entscheidet, das möglichst viel Flexibilität bietet, wird nicht in ein paar Jahren in einer Sackgasse landen, wenn er sein System erweitern will.

Unterschiedliche Funkprotokolle sorgen für Verwirrung

Im Wesentlichen hängt die Kompatibilität verschiedener Systeme von den sogenannten Standards, den Funkprotokollen, ab, die bei Smarthome-Systemen eine wesentliche Rolle spielen, auch Funkstandards genannt. Bei diesem Standard geht es konkret um den Kanal, über den die einzelnen Geräte eines Smarthome-Systems miteinander kommunizieren. Grundsätzlich kann dabei zwischen kabel- und funkbetriebenen Smarthome-Standards unterschieden werden. Die meisten Systeme, die derzeit auf dem Markt sind, nutzen Funk als Kommunikationsprotokoll. Hier kommen hauptsächlich speziell für die Heimautomatisierung entwickelte Funkprotokolle wie z.B. Zigbee, EnOcean oder Z-Wave, die am Ende dieses Ratgebers näher erläutert werden, zum Einsatz. Aber auch der vom Festnetztelefon bekannte Standard DECT wird eingesetzt, vereinzelt finden auch Bluetooth oder WLAN Verwendung.

Warum verwenden Hersteller keine einheitlichen Funkstandards?

Grundfunktionen der Smarthome-Geräte und ihre Bedienung sind sich in der Regel bei allen Herstellern sehr ähnlich, ansprechendes Design und gut durchdachte Apps sind ebenso durchweg vorhanden. Wesentlich unterscheiden können sich Systeme in Sachen Reichweite, Stabilität, Verschlüsselung und Sicherheit sowie Energieeffizienz, und diese Aspekt werden ganz wesentlich vom verwendeten Funkstandard bestimmt. In einem hart umkämpften Markt sind die Funkstandards also das wesentliche Mittel, mit dem sich Anbieter von der Konkurrenz abheben können. Hinzu kommt der Kostenaspekt: Anbieter, deren Produkte Fremdstandards unterstützen sollen, müssen ihre Produkte für diesen Standard lizenzieren und zertifizieren lassen. Das ist mit beachtlichen Gebühren verbunden. Hat man dagegen einen eigenen Standard, fallen diese Kosten nicht an, die Produkte werden damit günstiger.

Gute Nachrichten für Verbraucher: Der Trend geht hin zum Multi-Standard

Während Hersteller bisher versucht haben, ihre eigenen Standards, sogenannte proprietäre Standards, zu etablieren und so Kunden an sich zu binden, gibt es inzwischen einen Trend zum herstellerübergreifenden Multi-Standard, auch als offener Standard bezeichnet: Hier werden neben dem eigenen Standard auch die anderer Hersteller unterstützt. Verbindungen zu anderen Protokollen werden dabei über sogenannte Gateways ermöglicht. Dem Nutzer steht mit diesen offenen Systemen eine größere Produktpalette zur Auswahl, da Geräte unterschiedlicher Anbieter vernetzt werden können. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, nachträglich bei Bedarf Geräte anderer Hersteller in ein bereits vorhandenes System zu integrieren: In einem rasant wachsenden Markt ist leider damit zu rechnen, dass der ein oder andere Anbieter nicht dauerhaft bestehen können wird.

Das Erstellen einer Checkliste hilft bei der Auswahl

Für alle, die sich ernsthaft mit dem Gedanken tragen, das Heim teilweise oder voll zu automatisieren, empfiehlt sich als Entscheidungshilfe die Erstellung eines individuellen Anforderungsprofils an ein Smarthome-System. Anhand eines solchen Fragenkataloges können verschiedene Hersteller und ihre Lösungen verglichen und anschließend ermittelt werden, welches System den individuellen Anforderungen am besten gerecht wird.

Folgende Fragen können beim Entscheidungsprozess helfen:

  • Welche Funktionen soll mein Smarthome-System erfüllen? Was ist unbedingt wichtig, was ist optional?
  • Welcher Anbieter deckt mit seinem Angebot diese Anforderungen ab? Welche Geräte sind verfügbar?
  • Wie hoch sind die Anschaffungskosten, und wie einfach ist der Kauf (Online, im Fachhandel, etc.)?
  • Aus welchen Komponenten setzt sich das Mindestpaket zusammen, welche Bestandteile müssen unbedingt vorhanden sein? Gibt es ein preisgünstiges Starter-Kit?
  • Ist das System erweiterbar?
  • Ist das System zukunftssicher – oder eher ein Nischenprodukt, das eventuell nicht bestehen wird? (Hier spielt der Funkstandard eine Rolle)
  • Gibt es die Möglichkeit, Geräte anderer Hersteller zu integrieren? (auch hier ist der Funkstandard von Bedeutung)
  • Ist die Installation unkompliziert, oder muss sie vom Fachmann durchgeführt werden?
  • Wie erfolgt die Steuerung, wie einfach ist die Bedienung?
  • Muss das System gewartet werden?
  • Fallen eventuell weitere Folgekosten an, wie z.B. ein Abonnement bei Sicherheits-Lösungen?

Die wichtigsten Anbieter von Smarthome-Lösungen

Telekom Smart Home

Die Telekom ist groß in das Thema intelligentes Wohnen eingestiegen und ist zu diesem Zweck eine Allianz mit namhaften Unternehmen eingegangen. Unter dem Handelsnamen Qivicon kooperieren bislang ca.30 bekannte Unternehmen wie z.B. Miele, Samsung, Belkin, eQ-3 und EnBw. Angeboten wird ein Komplettsystem, das die drei wichtigsten Aspekte des smarten Zuhauses abdeckt: Komfort, Sicherheit und Energieeinsparung. Großer Vorteil: Das von der Telekom angebotene System unterstützt gängige Funkprotokolle und ist damit in der Lage, herstellerübergreifend verschiedene Komponenten zu vernetzen. Auf einer Plattform unter dem Namen smarthome.de finden sich Produkte wie Starter-Kits und Zubehör der beteiligten Firmen; alle notwendigen Komponenten werden hier aus einer Hand angeboten. Ein sogenanntes Starter-Kit besteht aus einer Funkzentrale, Home Base genannt, die per Router mit dem Internet verbunden wird, einem Bewegungsmelder und einer funkgesteuerten Steckdose. Weitere Komponenten können einzeln gekauft und zugefügt werden. Die Steuerung erfolgt per App und funktioniert auch von unterwegs.

RWE Smarthome

RWE präsentiert sich mit seinem SmartHome Programm als Komplettanbieter, dessen Produktpalette alle Komponenten für das Smarthome umfasst. Auch hier ist der Smarthome-Hub die Zentrale, mit der andere Module gekoppelt werden. Dazu gehören u.a. Zwischenstecker für das Vernetzen von Elektrogeräten, Thermostate für die Heizungsregelung und diverse Sensoren und Melder für Sicherheitsüberwachung. Die Kommunikation basiert auf einer gesicherten Funkverbindung. Das Angebot umfasst sowohl Produkte, die der Nutzer selbst anbringen kann als auch Komponenten, die vom Fachmann installiert werden müssen. Auch bei RWE gibt es ein Starter-Paket für Einsteiger, und auch hier kann mithilfe mehrerer Apps vom Smartphone aus gesteuert werden. RWE nutzt Produkte aus dem Hause eQ3, allerdings sind die von eQ3 selbst vertriebenen Komponenten nicht mit dem RWE-System kompatibel.

Belkin WeMo

Belkin WeMo bietet mit seiner WeMo-Serie eine einfache und preislich attraktive Option für Einsteiger, die über WLAN funktioniert; eine Art ‚Smarthome Light‘ Version sozusagen. Im Angebot ist u.a. eine WLAN-fähige Schaltsteckdose, über die elektronische Geräte per Smartphone-App ein- und ausgeschaltet werden können. Die Installation ist einfach und erfordert keinen Fachmann; anhand des Schalters können angeschlossene Geräte zu vom Nutzer vorprogrammierten Zeiten in Betrieb gesetzt werden. Erweiterte Funktionen bietet der Insight-Switch, der Benachrichtigungen verschickt und Informationen über den Energieverbrauch liefert. Ebenfalls erhältlich sind ein Bewegungsmelder-Set sowie ein WLAN-Babymonitor.

Homee

Bei Homee handelt es sich um ein modulares System, das dementsprechend viel Flexibilität bietet. Hinter dem Namen steckt das Start-up Unternehmen Codeatelier. Die Basisstation namens ‚Brain Cub‘ wird per WLAN vernetzt, mithilfe weiterer Module -‚Cubes‘ – können aber auch andere Funkprotokolle wie Z-Wave oder EnOcean unterstützt werden, Zigbee soll in Kürze folgen. Auch in Sachen Funkprotokoll ist hier also Spielraum gegeben, das eröffnet dem Anwender eine breitere Auswahl an Komponenten, die ins System integriert werden können. Gesteuert wird per Smartphone-App oder über eine Web-App. Die Produktpalette umfasst WLAN-Steckdosen, Bewegungsmelder, Heizungsventile und Sensoren für Türen und Fenster.

HomeMatic eQ-3

HomeMatic nutzt Komponenten von eQ3 und ist einer der erfolgreichsten Anbieter von Heimautomatisierungslösungen. Die Produktpalette ist äußerst umfangreich und umfasst alles, was aus einem Haus ein Smarthome macht: Neben Kernfunktionen wie Licht, Temperatur oder Jalousien lassen sich auch eine Vielzahl elektrischer Geräte vernetzen. Große Pluspunkte: Die Produktpalette wird ständig erweitert, das System lässt sich bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt ausbauen. Darüber hinaus setzt HomeMatic nicht wie die meisten Anbieter nur auf Netzwerktechnik, sondern erlaubt auch die Vernetzung infrarotfähiger Geräte. Das Unternehmen hat sich mit qualitativ hochwertigen Produkten einen Namen gemacht, die Sicherheitsstandards sind besonders hoch und bieten sehr guten Schutz vor dem Zugriff durch Dritte.

Gigaset Elements

Der Anbieter Gigaset legt den Schwerpunkt bei seinen Lösungen auf Sicherheit, also Einbruchschutz. Das Programm umfasst neben klassischen Bewegungssensoren auch Tür- und Fenstersensoren, die erfasste Daten an eine WLAN-fähige Basisstation übermitteln. Erkennt das System eine gewaltsame Öffnung von Fenster oder Tür, wird der Nutzer über einen Signalton alarmiert. Dies erfolgt über eine Smartphone-App oder auch über eine Web-App, die mit den gleichen Funktionen ausgestattet ist. Auch Gigaset Elements bietet ein Paket für Einsteiger an, das sogenannte Starter-Kit aus Basisstation, Türsensor und Bewegungssensor.

Tado

Das Münchener Unternehmen Tado hat sich auf Lösungen spezialisiert, die Heizung bzw. Klimaanlagen intelligent steuern. Mit dem Smart Thermostat, der mit den Systemen der meisten gängigen Heizungshersteller kompatibel ist, werden Geräte per iOS, Android oder Windows-App über das Samrtphone gesteuert, auch von unterwegs. Dabei gibt es clevere Zusatzfuntkionen, z.B. wir die Heizung heruntergefahren, wenn sich das Smartphone über eine gewisse Distanz vom Haus weg entfernt. Die Produkte von Tado können online im firmeneigenen Shop bestellt oder auch gemietet werden. Auch hier ist ein Starterpaket verfügbar.

Mobilcom Debitel Smarthome

Auch bei diesem Mobilcom Debitel werden verschiedene Funktionen der Heimautomatisierung abgedeckt. Im Wesentlichen geht es dabei um drei Produkte, die im Angebot sind: Die Smarthome-Kamera lässt sich per App oder Software mit mobilen Endgeräten bzw. PC verbinden. Ähnlich funktioniert die Heizungssteuerung, für die allerdings noch weitere Teile wie z.B. Thermostate erforderlich sind; die Installation ist jedoch simpel, und es gibt eine bequeme Fernsteuerungsfunktion. Das dritte Angebot ist ein sogenanntes Sicherheitspaket, das bei Einbruch oder Feuer den Anwender per SMS, E-Mail oder Anruf alarmiert.

Fritz DECT

Die Fritz DECT 200 ist ähnlich wie das Produkt von Belkin eine von unterwegs steuerbare Steckdose, die Angaben über den Energieverbrauch der angeschlossenen Geräte liefert. Auch hier kann das angeschlossene Gerät automatisch nach vorprogrammierten Schaltplänen aktiviert werden. Wer diese Steckdose nutzen will, muss einen Fritzbox-Router mit DECT-Standard haben. Gesteuert wird per Android bzw. iOS-App, über den PC oder ein Fritz Telefon.

Eine Übersicht über die wichtigsten Funkstandards

Der Markt für Smarthome-Lösungen ist derzeit sehr turbulent, der Konkurrenzkampf ist groß – es scheinen täglich neue Systeme dazuzukommen. Einen einheitlichen Funkstandard gibt es nicht; manche Hersteller bringen ihre eigenen Standards auf den Markt, andere verwenden bereits bestehende Funksysteme.

Neben der Hauptunterscheidung nach proprietärem, also nur von einem Hersteller genutzten Standard, und offenem Standard variieren die verschiedenen Lösungen unter anderem in Reichweite, Energieverbrauch und Zuverlässigkeit.

Z-Wave

Z-Wave wurde speziell für die Heimautomatisierung entwickelt und hat sich in über zehn Jahren auf dem Markt als Marktführer etabliert. Z-Wave ist mit über 600 zertifizierten Produkten eines der größten drahtlosen Systeme. Hinter der Marke verbirgt sich ein Zusammenschluss von mehr als 160 Herstellern. Z-Wave überzeugt durch Stabilität und dürfte dank kontinuierlicher Weiterentwicklung ein Funkstandard sein, der Bestand hat. Die Produkte sind preislich attraktiv und können über den Versandhandel bestellt werden. Z-Wave ist energieeffizient und erreicht im Freien Reichweiten von 200 Metern, in Gebäuden bis zu 30 Metern; das ist deutlich mehr als Hauptkonkurrent ZigBee aufweisen kann. Durch Anwendung von Zwei-Wege-Kommunikation ist Z-Wave ein sehr sicherer und zuverlässiger Standard, da Befehle vor Ausführung bestätigt werden. Gefunkt wird außerdem auf einem Band, das weniger genutzt und damit weniger störungsanfällig ist. Die Z-Wave Allianz garantiert hundertprozentige Kompatibiliät aller von ihr zertifizierten Produkte. Für Verbraucher ist die Wahl von Z-Wave also eine sichere Option.

ZigBee

Der zweite große Name unter den Funkstandards ist ZigBee, ebenfalls seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt. ZigBee gilt als besonders energieffizienter, zuverlässiger und sicherer Funkstandard. Hinter ZigBee steht eine Allianz aus über 250 Unternehmen, die Auswahl an verfügbaren Komponenten ist damit umfangreich. Das System kommt darüber hinaus mehrere Jahre ohne Wartung oder Batteriewechsel aus. Großer Makel ist die nicht garantierte Vernetzbarkeit von einzelnen Produkten verschiedener Hersteller, obwohl diese von ZigBee zertifiziert sind. Das liegt vereinfacht gesagt daran, dass Zigbee Sonderimplementierungen zulässt: Es wird lediglich eine gemeinsame Basis in Form einer einheitlichen Hardware für alle Hersteller festgelegt, jenseits dieser Basis aber haben Hersteller Spielraum. Verbraucher müssen sich also vor jedem Komponentenkauf versichern, dass das gewünschte Produkt auch wirklich kompatibel ist, selbst wenn es das ZigBee-Logo trägt.

EnOcean

Hinter dem Namen EnOcean steht der Branchenriese Siemens, über 100 Hersteller bieten Produkte an, die den EnOcean Standard unterstützen. Bei EnOcean handelt es sich um einen sogenannten offenen Standard, also ein herstellerübergreifendes Funkprotokoll. Er unterscheidet sich hauptsächlich durch den Einsatz von umweltfreundlichem ‚Energy Harvesting‘ von der Konkurrenz: Die Komponenten kommen ohne Batterie aus, die benötigte Energie wird aus der Umgebung ‚geerntet‘. So wird zum Beispiel die beim Drücken eines Lichtschalters freigesetzte Energie genutzt. Ermöglicht wird die Anwendung dieses Prinzips durch kurze Funkwege, die nur geringe Energiemengen benötigen. Die Installation ist simpel, das System ist wartungsfrei. Das Hauptproblem von EnOcean liegt darin, dass es keine Zweiwege-Kommunikation gibt und der Standard damit weniger zuverlässig und auch weniger sicher ist: Die durch Energy Harvesting gewonnene Energie reicht nicht aus für eine Zweiwege-Kommunikation. Inzwischen gibt es eine Option mit Rückkanal, allerdings sind dann Batterien erforderlich. Für die Vernetzung des gesamten Heims ist EnOcean wohl weniger geeignet, auch die Kosten sind vergleichsweise hoch.

BidCoS (HomeMatic)

BidCoS ist das von HomeMatic verwendete Protokoll und steht für ‚Bidirectional Communication System‘. Das System besteht aus netz- und batteriebetriebenen Komponenten und deckt alle Funktionen, die für eine automatische Steuerung im Heim infrage kommen, ab. Die bidirektionale Kommunikation macht das System besonders sicher und sehr zuverlässig, da der Empfänger die per Funk gesendeten Signale bestätigt, bevor Befehle ausgeführt werden. Auch in Sachen Zuverlässigkeit ist die Verwenung eines solchen Rückkanals von Vorteil. Nachteil aus Verbrauchersicht: Es handelt sich um ein proprietäres System, es können also nur Produkte eines Herstellers verwendet werden. Diese sind zwar in der Regel preisgünstig, die Auswahl ist aber begrenzt.

DECT

Der DECT-Standard ist bekannt aus der schnurlosen Telefonie. Obwohl ursprünglich für die Sprachkommunikation entwickelt eignet sich der Standard, der große Reichweiten abdecken und verschlüsselt senden kann, auch für die Übertragung von Daten. DECT ist allerdings noch Newcomer in der Heimautomatisierung und bisher nur in Produkten von AVM wie der steuerbaren Fritz-Steckdose eingesetzt. Bislang ist die Produktauswahl also sehr klein; ob andere Hersteller folgen, bleibt abzuwarten.

WLAN

WLAN hat sich bislang noch nicht als Funkprotokoll in der Heimautomatisierung durchsetzen können, obwohl es sich grundsätzlich dafür eignen würde. WLAN wurde für die schnelle Übertragung großer Datenmengen konzipiert und könnte die geringeren Anforderungen der Heimautomatisierung mit Leichtigkeit bewältigen; allerdings verbraucht der Standard sehr viel Energie, was gegen einen Einsatz auf diesem Gebiet spricht. Auch die relativ begrenzte Reichweite ist ein Problem. Das Angebot an WLAN-Lösungen ist derzeit noch mehr als überschaubar. Ob WLAN sich auf diesem Gebiet irgendwann durchsetzen wird, ist derzeit nicht absehbar.

Bluetooth

Auch Bluetooth hat sich bislang in der Heimautomatisierung nicht wirklich als Standard etablieren können; zur Verwendung kommt ein abgewandelter Standard, der energiesparender ist und den Einsatz von Batterien erlaubt. Das System gilt als nicht sehr flexibel in Sachen Kompatibilität, was einen durchschlagenden Erfolg auch weiterhin verhindern dürfte.

KNX-RF

Dieser Standard wurde bereits 1990 von renommierten Vertretern der Branche ins Leben gerufen, darunter Bosch Telecom, Unternehmen der Siemens-Gruppe und Electrolux. Zu Beginn regelte er als KNX nur kabelgebundene Verbindungen, erst später kam mit KNX-RF eine Funkverbindung dazu. Der Standard ist herstellerunabhängig; mehr als 250 Unternehmen haben kompatible Produkte im Programm. KNX-RF eignet sich aufgrund der benutzten Funkfrequenz (Mittelwelle) auch für den Einsatz in Altbauten mit dicken Wänden.

Wegen des hohen Energieverbrauchs; Einsatz nur in aktiven Komponenten wie Funksteckdosen.
Ähnlich wie bei ZigBee tauchen trotz gleicher Hardwarebasis Kompatibilitätsprobleme auf.

Fazit: Das Smarthome für jedermann ist machbar – Ziel und Budget bestimmen die Auswahl

smarthome im haus
Smarthome Lösungen gibt es, je nach Ausstattung, für jeden Geldbeutel

Ganz gleich, welche Ansprüche der Nutzer an seine persönliche Variante des Smarthomes stellt, ob simple Einzellösung oder vollautomatisiertes Zuhause: Die Technik für den Massenmarkt steht bereit, die Produktauswahl ist größer denn je, die Kosten sind erschwinglich und sowohl Installation als auch Bedienung sind für Laien problemlos zu bewältigen. Der Markt ist in Bewegung, und daran dürfte sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern – es kommen immer neue Anbieter mit neuen Ideen und Lösungen dazu, ähnlich wie auf dem Smartphone-Markt gibt es regelmäßig Neuerungen und Updates. Abwarten macht daher wenig Sinn; wer gründlich recherchiert und ein zukunftssicheres System auswählt, für den lohnt sich der Einstieg ins smarte Zuhause jetzt.

Was aber letztendlich das richtige System für den individuellen Bedarf ist, dürfte hauptsächlich von Ziel und Budget bestimmt werden, und nicht zuletzt auch davon, ob es sich um eine Nachrüstung handelt oder ob es um einen Neubau geht.

Bei Neubau oder Eigentum spricht vieles für Kabelsysteme

Beim Neubau, in einer Eigentumswohnung oder bei einer umfassenden Sanierung macht es Sinn, über kablgebundene Systeme nachzudenken. Die Kosten für die Verlegung von Kabeln sind überschaubar, und die Kabellösung ist eine saubere Sache, da Unterputz verlegt wird. Das Kabel an sich ist als Überträger auch weit weniger anfällig für Störungen als Funklösungen, und auch der lästige, mithin teure und nicht sonderlich umweltfreundliche Batteriewechsel entfällt.

Heimvernetzung über Funk: Offene Systeme sind zukunftssicherer

Wer sein Heim über Funk vernetzen möchte, also wohl überwiegend im Fall einer Nachrüstung im Bestand, hat die Qual der Wahl unter zahlreichen Funktechnologien, die um die Vorreiterrolle unter den Funktechniken im Smarthome-Sektor kämpfen. Manche Anbieter entwickeln und vertreiben ausschließlich eigene Standards, andere setzen auf herstellerübergreifende Funktechnologien. Solange kein einheitlicher Funkstandard eingeführt wird, und darauf deutet derzeit nichts hin, wird der Markt in Bewegung bleiben. Manche Systeme werden sich durchsetzen, andere werden nicht bestehen können. Erfahrungsgemäß sind oftmals Preis oder leichte Verfügbarkeit entscheidend für den Erfolg, nicht immer setzt sich das technologisch beste System durch.

Soll eine auf Funk basierende Lösung zum Einsatz kommen, empfiehlt sich grundsätzlich die Wahl eines offenen Systems, das gängige Funkprotokolle unterstützt und damit eine herstellerübergreifende Produktauswahl ermöglicht. Damit ist größtmögliche Zukunftssicherheit gewährleistet. Die konkrete Auswahl hängt dann von Faktoren wie individuellem Budget, Installations- und Wartungsgesichtspunkten und letztendlich auch davon ab, wie einfach Geräte zu kaufen sind. Auch ein eventuell benötigter Support nach dem Kauf ist von Bedeutung. Persönliche Präferenzen was Design einzelner Komponenten und Handhabung angeht, wie z.B. ob der Zugriff über das Internet möglich sein soll, dürften auch in die Entscheidung mit einfließen. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass für manche Sicherheits-Lösungen Folgekosten anfallen können, etwa wenn der Nutzer per SMS oder Anruf über ein gewaltsames Eindringen in sein Zuhause benachrichtigt wird.

Proprietäre Systeme nur für Einzellösungen bei der Automatisierung interessant

Wer von vorne herein mit Sicherheit weiß, dass er nur einen bestimmten Bereich automatisieren möchte, wie etwa die Steuerung der Heizung oder den Einbruchschutz, für den kann ein proprietäres, also ein herstellerspezifisches System, durchaus interessant sein. Die begrenzte Auswahl von Produkten ist bei Automatisierungen von geringem Umfang eher zweitrangig, und der Preis für proprietäre Lösungen ist günstiger. Zu bedenken ist allerdings immer, dass man alles auf ein Pferd setzt: Verschwindet der Hersteller vom Markt oder ändert er sein Funkprotokoll, gibt es keine Ersatzteile oder Produkte für eine eventuell später doch gewünschte spätere Erweiterung mehr.

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